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Was ist E-Commerce und wie funktioniert Marketing beim Online-Handel?

E-Commerce: Welche Chancen und Risiken besitzt der Online-Handel?

Während die Verkaufszahlen im stationären Einzelhandel seit Jahren zurückgehen, boomt der Online-Handel. 2019 lag der Umsatz in Deutschland bei knapp 60 Milliarden Euro und stieg in den Folgejahren durch die Corona-Pandemie noch einmal stark an. Auch für Gründer erscheint die lukrative Branche E-Commerce immer interessanter. Doch zunächst sollte klar sein, was mit dem elektronischen Handel überhaupt gemeint ist und welche Gesetze gelten. Der folgende Artikel bietet deshalb neben der Definition auch detaillierte Informationen über die Verkaufsmöglichkeiten, gesetzliche Vorgaben beim Online-Handel, Marketing-Maßnahmen sowie die Vor- und Nachteile.

Definition: Was ist E-Commerce?

Der Begriff E-Commerce ist die Kurzform für den englischen Begriff Electronic Commerce, der übersetzt elektronischer Handel oder auch Handelsverkehr bedeutet. Somit ist mit der Bezeichnung hauptsächlich der Handel im Internet und damit der Online-Handel gemeint. Dazu gehören der Kauf- und Verkaufsprozess bei einem Online-Business, aber auch zahlreiche Leistungen und der Bereich Online-Marketing. Insgesamt liegt der Fokus dabei auf dem elektronischen Geschäftsverkehr der Bereiche Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B). Um diese geschäftlichen Abläufe im Online-Handel zu verbessern und mehr Umsatz zu generieren, existieren innerhalb des E-Commerce verschiedene Strategien und Angebote.

Aufgaben des E-Commerce

Die Branche E-Commerce beinhaltet zahlreiche wichtigen Faktoren, dabei lassen sich jedoch zwei entscheidende Aufgaben für den Online-Handel herausstellen:

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1. Aufgabe des E-Commerce: Anpassung der Verkaufsprozesse im Online-Handel

Die Aufgabe des E-Commerce ist es zum einen, Verkaufsprozesse zu optimieren, um bei den betreffenden Unternehmen für mehr Umsatz zu sorgen. Es sollen sämtliche den Verkauf betreffenden Arbeitsvorgänge bei einem Online-Business effizienter gestaltet und die damit verbundenen Kosten gesenkt werden. Dafür gibt es verschiedene Ansätze und Marketing-Maßnahmen für den Online-Handel. Allerdings entscheiden Online-Händler je nach Branche und Geschäftsziel, welche Strategie sie nutzen. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, alle Prozesse zu digitalisieren. Denn es gibt auch die Möglichkeit, das eigene Geschäftsfeld durch elektronischen Handel zu erweitern. Also könnte ein Tee-Laden noch mehr Kunden gewinnen, wenn er auch einen Onlineshop besitzt und damit in den elektronischen Handel einsteigt.

2. Aufgabe des E-Commerce: Beschleunigung der Verkaufsprozesse im Online-Handel

Außerdem beschleunigt der Online-Handel auch die Verkaufsprozesse. Denn Kunden können durch ihn das Sortiment bequem vom Smartphone oder vom heimischen Computer aus durchstöbern und jederzeit bestellen. Dabei kommt es darauf an, alle Verkaufsprozesse des Online-Handels aufeinander abzustimmen. Deshalb sollte zum Beispiel ein Produkt auf der Website auch unbedingt im Lager vorrätig sein. Zusammenfassend dient E-Commerce somit der Effizienzsteigerung von Unternehmen und der elektronische Handel erleichtert die Kaufprozesse des Kunden.

Verkaufsmöglichkeiten im E-Commerce

Oftmals wird E-Commerce mit dem Verkauf von Produkten über den eigenen Onlineshop gleichgesetzt. Doch es gibt auch noch ein zweites Modell für ein Online-Business, dass für viele Gründer eine praktische Alternative sein kann. Die folgenden zwei Verkaufsmöglichkeiten existieren im E-Commerce und lassen sich beim Online-Handel auch kombinieren:

Möglichkeit 1: Verkauf über den eigenen Onlineshop

Beim Verkauf über einen eigenen Onlineshop müssen Gründer zunächst mehr Zeit und Geld investieren, sind danach jedoch flexibler. Denn mit dem eigenen Shop kontrollieren die Besitzer auch die gesamte Abwicklung. Außerdem bezahlen Verkäufer bei dieser Art des Online-Handels keine Gebühren an Dritte, was für höhere Gewinne bei einem Online-Business sorgen kann.

Möglichkeit 2: Verkauf über einen Online-Marktplatz

Wer sich als Gründer nicht mit der komplexen Technik von Onlineshops befassen möchte, kann alternativ Online-Marktplätze wie eBay oder Amazon nutzen. Dort bieten zahlreiche elektronische Online-Händler ihre Waren an und die Plattformen kümmern sich um den reibungslosen Ablauf. Gewerbliche Händler können ihre Produkte ins System einpflegen und die weltweit vorhandenen Kunden des Online-Marktplatzes erreichen. Die Marktplatzbetreiber verdienen jedoch bei jedem verkauften Produkt mit und treffen somit auch wesentliche Entscheidungen über die Konditionen, zu denen verkauft werden darf.

Gesetze im Online-Handel

Im E-Commerce gibt es zahlreiche Gesetze, die von jedem Händler eingehalten werden müssen. Diese Vorgaben dienen vor allem dazu, die Datensicherheit des Kunden zu gewährleisten. Dabei sollten Online-Händler die folgenden Merkmale erfüllen:

  • Anbieterkennzeichnung: Jeder Onlineshop braucht ein rechtlich einwandfreies Impressum, das alle Pflichtangaben beinhaltet.
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB): Dort werden Regelungen zu Zahlung, Vertragsschluss etc. festgelegt.
  • Widerrufsrecht und Widerrufsbelehrung: Alle Kunden besitzen eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Das bedeutet, dass sie den Kauf innerhalb dieser Frist widerrufen können.
  • Datenschutz und Datenschutzerklärung: Jeder Online-Händler braucht eine vollständige Datenschutzerklärung. Der Betreiber muss auch dafür sorgen, dass die entsprechenden Datenschutzmaßnahmen dementsprechend umgesetzt werden.
  • Text-Vorgaben beim Kauf: Die Textformulierung beim “Bestellen”-Button muss den rechtlichen Anforderungen entsprechen und zum Beispiel “Jetzt kostenpflichtig bestellen” oder “Kaufen” enthalten.
  • Preisangaben und Versandkosten: Die Preisangaben müssen korrekt sein und auch die jeweilige Umsatzsteuer anzeigen.
  • Lieferzeiten: Die Waren sollten sofort verfügbar sein. Wenn die Lieferzeit mehr als fünf Tage übersteigt, muss der Händler darauf hinweisen.
  • Ausverkaufte Produkte: Es dürfen nur Produkte verkauft werden, die prinzipiell verfügbar sind. Der Verkauf von ausverkauften Produkten ist somit nicht erlaubt.
  • Richtlinien für Verpackungen: Wer Produkte verschicken möchte, muss sich an die Regeln für Verpackungen halten. Diese sind im sogenannten Verpackungsgesetz festgelegt.
  • Newsletter: Jeder Empfänger muss dem Newsletter-Versand zustimmen und sich zudem jederzeit wieder abmelden können.

Bezahlsysteme im E-Commerce

Wer in den E-Commerce einsteigen möchte, sollte die Grundlagen der Bezahlsysteme kennen. Denn gerade für Einsteiger kann sich die Bezahlung und die damit verbundenen Buchhaltung eine große Herausforderung darstellen. Denn mittlerweile sind es Kunden im Online-Handel gewohnt, verschiedene Zahlungsoptionen nutzen zu können. Dazu gehört zum Beispiel die Bezahlung per Kreditkarte, PayPal oder auch auf Rechnung. Für die Kunden sind diese Optionen praktisch, für Online-Händler entstehen dadurch einige Besonderheiten. Dazu gehören die folgenden Faktoren:

  • Berücksichtigung der Gebühren von Kreditkarten-Anbietern und PayPal
  • Korrekte Verbuchung von Retouren-Eingängen und Gutschriften
  • Individuelle Rechnungen auf denen angegeben ist, ob der Betrag bereits bezahlt wurde und wenn ja, wie
  • Rückzahlungen bei Reklamationen

Deshalb ist es sinnvoll, im E-Commerce auf eine Buchhaltungssoftware zu setzen. Denn die jeweiligen Besonderheiten für den Online-Handel sind dort digital erfasst und können ansonsten den Einstieg in den Online-Handel erheblich erschweren.

Marketing im E-Commerce

Wer als Gründer auf E-Commerce setzt, muss sich früher oder später auch mit den Marketing-Möglichkeiten beschäftigen. Denn es reicht nicht aus, einen Onlineshop zu betreiben oder die eigenen Produkte über einen Online-Marktplatz anzubieten, wenn diese von den Kunden nicht gefunden werden. Da es sich im ein Online-Business handelt, lohnt es sich vor allem auch auf Online-Marketing zu setzen.

Das sind die wichtigsten Online-Marketing-Maßnahmen im E-Commerce:

  • Suchmaschinenmarketing (SEM): Suchmaschinenoptimierung (SEO) für die unbezahlten Suchergebnisse, Suchmaschinenwerbung (SEA) für die bezahlten Ergebnisse
  • Affiliate-Marketing: für die Werbung auf anderen Websites oder Plattformen werden Provisionen vergeben
  • E-Mail-Marketing: über beispielsweise Newsletter lassen sich Kunden über neue Produkte und Rabatte informieren
  • Social Media Marketing: der eigene Shop oder Produkte werden über Social Media Profile beworben
  • Display Advertising: Banner oder andere Werbeformate werden auf Websites, Apps oder über Social Media verbreitet

Generell sind für Gründer besonders die Marketing-Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing beim Online-Handel sinnvoll. Denn diese Maßnahmen sind besonders günstig und lassen sich beim Start in die Selbstständigkeit am besten umsetzen.

Erfolge messbar machen im Online-Handel

Wer Werbeanzeigen in Zeitungen veröffentlicht, Flyer verteilt oder auch Werbespots im TV schaltet, kann den Werbeerfolg nur eingeschränkt prüfen. Denn es lässt sich nur schwer nachvollziehen, welches Werbemittel nun letztendlich am effektivsten war. Beim E-Commerce ist die Analyse dagegen gut nachvollziehbar, denn im Online Marketing und Online-Handel lässt sich jeder Klick messen. Dafür gibt es verschiedene Online Marketing-Tools, die zum Beispiel die Website-Besucher analysieren oder auch das Suchvolumen für bestimmte Begriffe. So kann über jede einzelne Werbekampagne im Online-Handel eine Aussage bezüglich der Werbeeffizienz getroffen werden und die Kampagne lässt sich je nach Bedarf anpassen.

Vorteile des E-Commerce

Aus allen Faktoren des E-Commerce entstehen somit die folgenden Vorteile:

  • Kostenersparnis für Gründer: Für einen regulären Laden fallen hohe Mietkosten an, Kosten für Mitarbeiter, Versicherungen, etc. an, die beim E-Commerce wegfallen bzw. niedriger sind.
  • Umsätze rund um die Uhr: Ein Onlineshop oder Marktplatz ist niemals geschlossen, dadurch ist er zeitlich flexibler und kann jederzeit für Einnahmen sorgen.
  • Verkauf weltweit: Produkte lassen sich beim Online-Handel einfacher international verkaufen, dabei helfen auch Konzepte wie das sogenannte Dropshipping.
  • Personalisierung des Einkaufs: Aus den Informationen über den Namen des Kunden, vorherige Käufe und Interessen lässt sich ein individuelles Kauferlebnis schaffen, was wiederum die Umsatzwahrscheinlichkeit erhöht.
  • Schnelligkeit: Kaufprozesse können beim Online-Handel ohne Verzögerung getätigt und abgewickelt werden.
  • Bequemlichkeit: Kunden können von zuhause einen Online-Kataloge durchschauen, in Shops stöbern, das gewünschte Produkt wählen und es bezahlen
  • hohe Transparenz beim Produkt-Vergleich: Die Preise und Produkt-Eigenschaften lassen sich durch wenige Klicks vergleichen. Das wiederum sorgt für eine bessere Transparenz als im stationären Einzelhandel.

Nachteile des E-Commerce

  • große technische Abhängigkeit: Wenn der Server des Onlineshops abstürzt oder es zu weiteren technischen Problemen kommt, ist beim elektronischen Handel kein Umsatz möglich.
  • kein persönlicher Kundenkontakt: Auch wenn Produktfotos online den Artikel präsentieren und Texte ihn beschreiben, fehlt der persönliche Kontakt zum Kunden, um auf spontane Fragen oder Wünsche einzugehen.
  • hoher Wettbewerb: Durch die Vielzahl an Online-Angeboten und den vereinfachten Produkt-Vergleich, entsteht für Händler im E-Commerce ein großer Preisdruck.
  • keine festen Arbeitszeiten: Da ein Onlineshop oder Marktplatz durchgehend geöffnet hat, können auch Kundenanfragen und Bestellungen rund um die Uhr eintreffen.
  • großer Aufwand für Zahlungs- und Datensicherheit: Wer online etwas bestellt, verlangt eine sichere Zahlungsoption und den Schutz der eigenen Daten. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, müssen zahlreiche Vorgaben beachtet werden.

Fazit für ein Online-Business

Wer als Gründer zukünftig auf E-Commerce setzen möchte, kann Kosten und Zeit einsparen sowie von den positiven Entwicklungen im Online-Handel profitieren. Doch trotzdem gibt es auch in dieser Branche zahlreiche wichtige Schritte zur Vorbereitung, die jeder Einsteiger für den elektronischen Handel bedenken sollte. Deshalb lohnt es sich, einen ausführlichen Businessplan zu erstellen und dabei auch alle Einnahmen und Ausgaben sorgfältig zu prüfen. Zudem ist es sinnvoll, sich auch andere erfolgreiche Onlineshops anzuschauen und deren Erfolgsfaktoren für den eigenen Shop-Aufbau zu nutzen.

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Häufige Fragen (FAQ) zum E-Commerce

Was genau bedeutet E-Commerce?

Der Begriff E-Commerce ist die Kurzform für den englischen Begriff Electronic Commerce, der übersetzt elektronischer Handel oder auch Handelsverkehr bedeutet. Somit ist mit der Bezeichnung E-Commerce hauptsächlich der Handel im Internet und damit der Online-Handel gemeint.

Welche Vorteile bietet E-Commerce?

Für einen regulären Laden fallen hohe Mietkosten an, Kosten für Mitarbeiter und Versicherungen an, die beim E-Commerce wegfallen bzw. niedriger sind. Außerdem ist ein Onlineshop niemals geschlossen, dadurch ist er zeitlich flexibler und kann jederzeit für Einnahmen sorgen. Zudem lassen sich Produkte beim Online-Handel einfacher international verkaufen.

Welche Marketingmaßnahmen gibt es im E-Commerce?

Zu den gängigsten Marketingmaßnahmen im E-Commerce gehören zum Beispiel das Suchmaschinenmarketing und auch Affiliate-Marketing. Dabei werden an die sogenannten Affiliates für die Werbung auf anderen Websites oder Plattformen verschiedene Provisionen vergeben.

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Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas ist seit März 2022 in der Redaktion von Gründer.de. Hier verantwortet er die Bereiche Franchise- und Gründer-Verzeichnis, außerdem arbeitet er regelmäßig an neuen Büchern und eBooks auf unserem Portal. Zuvor hat er 5 Jahre lang in einer Online-Marketing-Agentur für verschiedenste Branchen Texte geschrieben. Sein textliches Know-how zieht er aus seinem Studium im Bereich Journalismus & Unternehmenskommunikation.

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