Ohne ein Minimum an Eigenkapital wird es schwer

Franchise-Finanzierung: Gründen ohne Eigenkapital?

Wer ein Unternehmen gründen will braucht vor allem Eines: Kapital. Das gilt selbst dann, wenn man sich mit einem Franchise-Unternehmen selbstständig machen will. Und nicht nur das! Beim Franchising ist es typischerweise so, dass der Franchisenehmer monatliche Gebühren an den Franchisegeber entrichten muss. Existenzgründer sollten sich daher frühzeitig über die Finanzierung ihres Franchise-Vorhabens informieren. Wir geben dir einen Einblick in die Thematik!

Du hast lange überlegt, intensiv recherchiert und endlich deine Entscheidung getroffen. Das passende Franchise-System für dein Gründungsvorhaben ist gefunden! Aber eine Hürde gilt es noch zu überwinden: Die Franchise-Finanzierung! Aber keine Sorge – wir nehmen dich an die Hand und helfen dir bei den folgenden Fragen auf die Sprünge:

  • Welche Bank vergibt Kredite für Franchise-Existenzgründer?
  • Wie teuer ist ein Franchise-Unternehmen?
  • Wieviel Geld braucht man für ein Franchise?
  • Was kostet eine Franchise-Gründung?
  • Kann man ein Franchise ohne Eigenkapital gründen?

Franchise-Finanzierung: Diese Kosten erwarten dich

Die Aufnahme in ein etabliertes Franchisesystem hängt in der Regel überwiegend davon ob, ob du über ausreichend finanzielle Mittel verfügst. Denn leider sind formale Qualifikationen in der Franchise-Branche eher nebensächlich. Wie hoch die Summe zur Finanzierung eines Franchise ist, hängt vom jeweiligen Franchisesystem ab. Dennoch lassen sich einige Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Systemen erkennen:

1. Investition und Gründungskosten

Wie bei jeder Gründung musst du auch bei der Gründung eines Franchise Geld für diverse Beratungen, Notarkosten und behördliche Genehmigungen aufbringen. Auch in die Einrichtung und Ausstattung deines Betriebes fließt direkt zu Beginn eine große Menge Geld. Und anders als bei einer Einzelgründung gibt es nur wenig Sparmöglichkeiten, da Vorgaben durch den Franchisepartner einzuhalten sind. Und das ist auch logisch: Denn nur so kann das einheitliche Bild einer Franchisemarke aufrechterhalten werden.

Auf den Webseiten des jeweiligen Franchisesystems findest du oft Angaben dazu, wie hoch die Investition und Gründungskosten jeweils sind.

Einige Franchisesysteme bieten sogar im Tausch gegen einen festen Betrag einen schlüsselfertigen Betrieb an. Dies hat den Vorteil, dass du dir bei der Franchise-Finanzierung Auf- und Umbaukosten sparst. Allerdings solltest du ein solches Angebot sorgfältig darauf prüfen, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

2. Finanzielle Reserven für die Anlaufphase

Selbst als Franchisenehmer kannst nur nicht direkt damit rechnen, dass dein Betrieb boomt und Spitzen-Umsätze erwirtschaftet. Immerhin musst du dir zunächst einen Kundenstamm aufbauen, der regelmäßig in deinen Laden kommt. Daher brauchst du direkt zu Beginn finanzielle Reserven für Posten wie zum Beispiel Miete, Strom, Personal und so weiter. Wie hoch die Reserve sein sollte, kannst du im Vorfeld mittels einer Umsatzplanung selbst ermitteln. Erfahrungsberichte anderer Franchisenehmer können dir bei der Kalkulation helfen. Diese findest du haufenweise im Internet, alternativ kannst du aber auch deinen Franchisepartner um Hilfe bitten.

3. Eintrittsgebühr

Für dein Eintritt in ein Franchisesystem, also dafür, dass du Konzept, Name und Marke übernehmen darfst, verlangen Franchisegeber oft eine sogenannte Eintrittsgebühr. Auch diese musst du bei der Franchise-Finanzierung berücksichtigen und zusätzlich zu den monatlichen Gebühren entrichten. Regelmäßig liegt diese Gebühr zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Diese Faustformel solltest du dir merken: Je weiter das Franchisesystem entwickelt ist bzw. je bekannter die Marke, desto höher ist die Eintrittsgebühr.

4. Monatliche Kosten und Gebühren

Die monatlichen Kosten und Gebühren variieren je nach Franchisesystem in Konzept und Höhe. Üblicherweise fällt neben der einmaligen Eintrittsgebühr eine monatliche umsatzabhängige Gebühr an. Die liegt in der Regel zwischen 5 und 7 Prozent. Manchmal kommen Extragebühren für zum Beispiel Werbung und Marketing on top.

Franchise-Finanzierung mit Eigenkapital

Welche Gesamtkosten auf dich zukommen, kann man nicht im Voraus pauschal vorhersagen. Oft ist es jedoch so, dass die Kosten bei einer Franchisegründung höher ausfallen, als bei einer Einzelgründung, da zu den Betriebskosten die Franchise-Gebühren hinzukommen. Du brauchst also für die Gründung eines Franchise deutlich mehr Kapital zur Finanzierung.

Jedoch erwartet kein Franchisepartner, dass dein Eigenkapital allein ausreicht, um den Start deines Betriebes zu finanzieren. In der Regel bauen Franchise-Gründer zur Finanzierung auf eine Mischung aus Eigenmitteln und verschiedenen Formen von Fremdkapital. Allerdings ist es ratsam mindestens 20 Prozent Eigenkapitalanteil aufbringen zu können. Bei der Suche nach einer Finanzierung zum Beispiel durch eine Bank wird dich der Franchisegeber sicher unterstützen und beraten.

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Franchise-Finanzierung ohne Eigenkapital

Eine Franchise ohne Eigenkapital ist auf Grund der hohen Investitionssumme zur Finanzierung der Gründung kaum möglich. Von einer kompletten Fremdfinanzierung ist zudem auch abzuraten, da man sich sonst als Existenzgründer einem noch höheren Berg von Schulden gegenüber sieht als ohnehin schon. Oftmals sind zudem 15 bis 20 Prozent Eigenkapital Voraussetzung dafür, dass man überhaupt eine Franchise-Lizenz erhält.

Fremdkapital zur Finanzierung einer Franchise-Gründung

Aber woher soll man das Geld für eine Franchisegründung überhaupt nehmen? Da gibt es einige Möglichkeiten. Diese können beispielsweise sein:

  • Freunde und Familie: Oftmals findet man Geldgeber auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Allerdings stehen bei Misslingen des Vorhabens persönliche Beziehungen auf dem Spiel.
  • Bankdarlehen: Ein Bankdarlehen ist bei einer Franchise-Gründung oft leicht zu bekommen. Immerhin hat sich die Geschäftsidee bereits am Markt bewiesen. Somit ist das Risiko eines Zahlungsausfalls verhältnismäßig gering. Allerdings achtet die Bank bei der Kreditprüfung auf andere Merkmale wie die Eignung des Gründers und des Standortes. Zudem ist ein detaillierter Businessplan weiterhin Voraussetzung für eine erfolgreiche Franchise-Finanzierung.
  • Bürgschaftsbanken der Länder: Bürgschaftsbanken haben den Auftrag, Unternehmern den Zugang zu Krediten zu erleichtern, sogar dann wenn es an ausreichenden Sicherheiten mangelt. Auch hier muss jedoch ein stimmiges Geschäftskonzept vorgewiesen werden.
  • KfW-Förderbank: Bei der KfW-Förderbank können Gründer vergünstigte Darlehen mit einer 80-prozentigen Haftungsfreistellung der Hausbank beantragen. Die KfW bietet den ERP-Gründerkredit an. Dieser bietet in der Variante Startgeld ein Darlehen in Höhe von bis zu 100.000 Euro. 

Fazit: Die Mischung macht’s!

Für die Finanzierung eines Franchise solltest du mit einer Gesamtinvestition zwischen 20.000 und 150.000 Euro – laufende Franchisegebühren nicht mit einberechnet, kalkulieren. mindesten 15 Prozent sollte man davon in Form von Eigenkapital aufbringen können. Neben dem klassischen Bankdarlehen gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Franchise erfolgreich zu finanzieren.

Häufige Fragen (FAQ) zu Franchise-Finanzierung

Wie teuer ist ein Franchise-Unternehmen?

Für die Finanzierung eines Franchise solltest du mit einer Gesamtinvestition von 20.000 und deutlich mehr rechnen. On top kommen laufende Gebühren.

Wieviel Geld braucht man für ein Franchise?

Für die Finanzierung eines Franchise solltest du mit einer Gesamtinvestition zwischen 20.000 und 150.000 Euro – laufende Franchisegebühren nicht mit einberechnet, kalkulieren. mindesten 15 Prozent sollte man davon in Form von Eigenkapital aufbringen können.

Kann man ein Franchise ohne Eigenkapital gründen?

Eine Franchise ohne Eigenkapital ist auf Grund der hohen Investitionssumme zur Finanzierung der Gründung kaum möglich. Oftmals sind bereits 15 bis 20 Prozent Eigenkapital Voraussetzung dafür, dass man überhaupt eine Franchise-Lizenz erhält.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Kleinen

Luisa Kleinen

Luisa wurde 1996 in Bonn geboren und studierte nach ihrem Abitur Rechtswissenschaften mit Abschluss des ersten Staatsexamen (Schwerpunkt Internationales Strafrecht und Medienstrafrecht) an der Universität zu Köln. Parallel zu ihrem Studium war sie einige Jahre als Studentische Hilfskraft in der Forschungsstelle für Medienrecht an der TH-Köln tätig. Dadurch erhielt sie einen tiefen Einblick in das Medien-, IT- und Datenschutzrecht und sammelte erste redaktionelle Erfahrungen. Später arbeitete sie als Assistenz der Geschäftsführung in einem Gastronomiebetrieb und erweiterte hier ihre Kenntnisse im Personal- und Projektmanagement. Nach ihrem Praktikum in der Redaktion von Gründer.de, ist sie seit Juli 2022 als Junior Legal Managerin bei Digital Beat und Gründer.de tätig.

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