Der Leichtathlet und Finanzprofi im Interview

Maximilian Ruth: ,,Renne nicht dem schnellen Geld hinterher“

Maximilian Ruth ist ehemaliger Leichtathletik-Profi und heute Experte für Corporate Finance, M&A und Net-Cash-Strategien. Im Interview zum Finanzkongress 2025 gibt er spannende Einblicke in seinen Werdegang und seine Erfahrungen im Bereich Investitionen und Biotech. Dabei verrät er, wie er seine finanzielle Unabhängigkeit erreicht hat und welche Tipps er Einsteigern mit auf den Weg gibt.

Wie definierst du finanzielle Unabhängigkeit?

Für mich ist finanzielle Unabhängigkeit ein schwieriger Begriff, weil man finanziell fast nie frei ist. Mit der Größe des Vermögens kommen neue und andere Herausforderungen. Normalerweise erhöhen sich mit einem steigenden Wohlstand auch die finanziellen Verpflichtungen. Wenige Personen schaffen es tatsächlich, langfristig wirklich finanziell frei zu sein. Daher ist für mich die Definition von finanzieller Freiheit, einen Arbeitsalltag zu haben, der es mir ermöglicht wiederkehrende Investitionen tätigen zu können, ohne auf große Finanz-Zyklen oder Ereignisse hoffen zu müssen, die es mir auf der anderen Seite auch ermöglichen, mal 3 Monate eine Auszeit nehmen zu können, ohne das ich mir Sorgen um meine finanzielle Situation machen muss.

Wie hat dein Weg in die Finanzwelt begonnen? Was hat dich dazu motiviert, dich mit Investments zu beschäftigen?

Ich bin tatsächlich während der Finanzkrise 2008 auf die Börse aufmerksam geworden, als ich Abends als Teenager mit meinem Vater zusammen Nachrichten geschaut habe. Die dargestellten Kursverluste haben mich damals animiert, erstmals über die Börse “nachzudenken”. Seitdem haben mich wohl größere Kursschwankungen und antizyklisches Investieren mehr geprägt als die vielen Trendfolge-Ansätze, die es gibt. 

Wirklich mit der Börse beschäftigt habe ich mich dann mit der Übernahme meines kleinen Sparkontos, welches ich zum 18. Geburtstag durch meine Eltern übertragen bekommen habe.

Du hast dich auf den Biotech-Sektor spezialisiert – was macht diesen Bereich für Investoren besonders interessant?

Zum einen ist es ein Sektor, der niemals schläft. Innovation geht immer weiter und neue Entwicklungen ergeben sich im Tages- oder Stundentakt. Mich fasziniert auch, welche Entwicklung wir die letzten Jahrzehnte genommen haben und wie immens sich die Lebenserwartung von uns Menschen verändert hat. Früher noch als unheilbar abgestempelte Krankheiten sind mittlerweile behandelbar und selbst einige metastasierte Krebsarten sind schon längst kein sicheres Todesurteil mehr. Man hat oftmals mit seinen Investitionen eine direkten Einfluss auf das Leben vieler Personen, das finde ich tatsächlich äußerst spannend.

Auf der anderen Seite und das gehört zur Medaille dazu, gibt es keinen Sektor in dem große Schwankungen häufiger sind, als im Biotechsektor. Das gibt uns als aufmerksamen Investoren und Tradern langfristig hervorragende Ein- und Ausstiegschancen und die Möglichkeit, deutlich über dem Durchschnitt liegende Renditen zu erzielen und das ganze auch wiederholbar.

Welche Fehler siehst du bei Privatanlegern am häufigsten, wenn sie ihre Anlagestrategie entwickeln?

Ehrlicherweise beurteile ich ungern andere Menschen und ich glaube auch nicht, dass man als Außenstehender wirklich beurteilen kann, was Personen richtig oder falsch in ihren Investmententscheidungen machen. Was ich nur oftmals sehe ist, dass viele Investoren sich sehr von ihren Emotionen leiten lassen. Ich denke, dass ist grundsätzlich die falsche Herangehensweise.

Ich bin ein sehr analytischer Mensch, der normalerweise im Alltag aber auch von Emotionen getrieben wird. Allerdings versuche ich an der Börse, diese völlig außen vor zu lassen und mich nur auf die Zahlen und Bewertungen zu verlassen. Gerade im Biotechsektor funktioniert das in vielen Bereichen ausgesprochen gut und Situationen, wo alle Schreien: “Bloß raus aus der Aktie!”, lassen sich mit kühlem Kopf, oftmals deutlich anders interpretieren.

Welchen Tipp kannst du Einsteigern geben, die ihre finanzielle Unabhängigkeit gezielt aufbauen wollen?

Beständig bleiben und nicht dem schnellen Geld hinterherrennen. Viele Investoren, die ich kenne, erzielen 1-2 gute Trades, werden übermütig und rennen im dritten Trade ins Verderben. Es gibt immer Personen, die es schaffen, in kurzer Zeit sehr reich zu werden, doch der überwiegende Anteil der Investoren biegt unterwegs falsch ab. Wer immer alle Eier in einen Korb legt, braucht nur einen falschen Trade und steht wieder am Anfang. Auch eine übermäßige Diversifikation ist nicht sinnvoll. Ein Portfolio aus 5-10 Aktien/ETFs reicht vollkommen aus, insbesondere bei kleineren Depots.

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