Das musst du beachten

Nebenberuflich selbstständig machen: Darf ich das?

Ob als zweites Standbein oder als Test für ein hoffentlich langfristig erfolgreiches Vollzeit-Business: sich nebenberuflich selbstständig zu machen, wird immer öfter genutzt. Dabei gibt es wie beim klassischen Nebenjob aber einige wichtige Punkte zu beachten: Einkommensgrenzen, Steuern und Versicherungen. Worauf es bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit ankommt, erfährst du nachfolgend.

In den letzten Jahren zeichnete sich bei den Gründungen eine deutlich erkennbare Entwicklung ab: Es wird vermehrt nebenberuflich gegründet. Denn sowohl als zusätzliches Einkommen wie auch zum ersten Test eines eigenen Business eignet sich dieses Modell sehr gut. Hinzu kommt, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Wenn das auch für dich interessant ist, erfährst du im nachfolgenden Artikel weitere Infos.

Definition: Was bedeutet, sich nebenberuflich selbstständig machen?

Wenn du zusätzlich zu deinem Beruf einen weiteren bezahlten Job ausübst, spricht man erst einmal von einer Nebentätigkeit. Deren Arbeitszeit ist deutlich geringer als die deines Hauptjobs – als Richtwert gelten hier maximal 18–20 Stunden pro Woche. Ebenso darf das Einkommen aus deiner Nebentätigkeit das aus deinem Hauptberuf nicht übersteigen. Gleiches gilt auch, wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest.

Nebenberuflich kannst du außerdem arbeiten, wenn du keinen Hauptberuf hast, etwa weil du studierst oder arbeitslos bist. Hier greifen allerdings bestimmte Verdienstgrenzen. Etwas begrenzter sind die Möglichkeiten außerdem, wenn du hauptberuflich Beamter bist und dich nebenberuflich selbstständig machen willst: Die Nebentätigkeit darf maximal 20 % deiner wöchentlichen Dienstzeit beanspruchen und deine Einnahmen dürfen nicht mehr als 40 % deines monatlichen Grundgehalts betragen. Darüber hinaus musst du – ob Beamter oder Angestellter – deinen Nebenjob bei deinem Arbeitgeber anmelden, im öffentlichen Dienst sogar um Erlaubnis bitten.

Nebenberuflich selbstständig machen: Ideen zur Berufswahl

Wenn du entschieden hast, dich nebenberuflich selbstständig zu machen, stehst du als nächstes vor der Wahl deines Berufs. Hier kommt es vor allem darauf an, was du möchtest. Soll es etwa ein Testlauf für eine potenzielle Vollzeit-Selbstständigkeit sein, hast du meist schon einen konkreten Plan. Allerdings gibt es auch zahlreiche selbstständige Berufe, in die du ohne Weiteres einsteigen kannst. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Franchise nebenberuflich zu gründen. Manche Franchisegeber werben sogar dafür, dass du bei ihnen nicht in Vollzeit einsteigen musst. Meist setzen diese auch nur ein sehr geringes Eigenkapital voraus.

Potenzielle Berufe für die Selbstständigkeit als 2. Standbein können sein:

Welche Rechtsform für die nebenberufliche Selbstständigkeit wählen?

Je nach Branche ist die Rechtsform bereits klar definiert, wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest. So ist zum Beispiel im Einkommensteuergesetz (EStG) festgelegt, dass sogenannte Katalogberufe als freiberuflich einzustufen sind. Dazu gehören wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische selbstständig ausgeübte Tätigkeiten. Konkret sind damit Berufe wie Steuerberater, Architekt, Journalist oder Übersetzer gemeint. Deine entsprechende Freiberuflichkeit musst du beim zuständigen Finanzamt anmelden und einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.

Selbstständige aus kaufmännischen, handwerklichen oder produzierenden Berufen gelten als Gewerbetreibende. Die möglichen Rechtsformen für dich sind eine Tätigkeit als Einzelunternehmer oder – wenn du dich mit mindestens einer weiteren Person zusammenschließt – eine GbR. Des Weiteren kannst du auch ein Unternehmen in Form einer OHG, UG oder GmbH gründen. In allen Fällen gilt, dass du dich beim Gewerbeamt anmelden musst, Gewerbesteuer zahlen musst, eine Mitgliedschaft bei der IHK eingehst und dich ins Handelsregister einträgst.

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Nebenberuflich selbstständig: Was ist mit den Versicherungen?

  • Für die Krankenversicherung musst du im Normalfall nicht mehr zahlen, wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest. Allerdings solltest du sie dennoch darüber informieren, denn das Entgelt aus der Selbstständigkeit wird ebenfalls für den Versicherungsbetrag berücksichtigt. Bei mehr als 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche oder einem zu hohen Einkommen durch die Selbstständigkeit kann sich dies aber ändern. Die Details dazu erfragst du bei deiner Krankenkasse.
  • Die Beiträge zur Sozialversicherung zahlst du weiterhin über deine hauptberufliche Tätigkeit.
  • Für die Rentenversicherung musst du lediglich zahlen, wenn du einer bestimmten Berufsgruppe angehörst, die hierzu verpflichtet sind. Dazu gehören Lehrkräfte mit einem Einkommen von mehr als 450 Euro im Monat – Nachhilfelehrer, Fitnesstrainer oder Coaches inbegriffen –, Publizisten wie Schriftsteller und Journalisten sowie Personen, die mit Kunst oder Musik Geld verdienen.
  • Deine gesetzliche Unfallversicherung, die über den Arbeitgeber deines Hauptberufs läuft, gilt in der nebenberuflichen Selbstständigkeit nicht. Es kann daher sinnvoll sein, für potenzielle Unfälle eine zusätzlichen Versicherung abzuschließen.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich mich nebenberuflich selbstständig mache?

Auch wenn du nebenberuflich selbstständig bist, musst du Steuern zahlen. Welche das genau sind, hängt von der Rechtsform ab, die du als Selbstständiger hast. Als Freiberufler musst du zum Beispiel lediglich die Einkommensteuer zahlen, als Gewerbetreibender hingegen zusätzlich die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer. Entscheidest du dich für eine Kapitalgesellschaft wie GmbH oder UG fällt außerdem die Körperschaftsteuer an. Weitere Infos findest du unter Steuern für Selbstständige.

Fazit zum Thema nebenberuflich selbständig machen

Du möchtest dich nebenberuflich selbstständig machen? Am wichtigsten ist, darauf zu achten, dass du gewisse Arbeitszeit- und Einnahmegrenzen nicht überschreitest. Natürlich braucht es aber auch das richtige Business, mit dem du erfolgreich sein kannst. Der Vorteil ist, dass sich viele Nebenjobs aus dem Homeoffice organisieren lassen. Eine der simpelsten Möglichkeiten, um nebenberuflich Geld zu verdienen, ist das Affiliate Marketing. Hierbei empfiehlst du Produkte oder Dienstleistungen und erhältst dafür eine Provision. Wie genau du dieses Geschäftsmodell für dich nutzen kannst, erklärt dir Online-Business-Mastermind Thomas Klußmann in unserem kostenlosen Webinar!

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FAQ zur nebenberuflichen Selbstständigkeit

Kann man gleichzeitig angestellt und selbstständig sein?

Ja, denn grundsätzlich ist eine nebenberufliche Selbstständigkeit möglich. Es gibt allerdings Einschränkungen: So darf zum Beispiel deine Selbstständigkeit deinen Hauptjob nicht beeinträchtigen.

Ist ein Nebengewerbe steuerfrei?

Wenn du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest, musst du mit der Einkommensteuer rechnen, wenn du freiberuflich arbeitest. Darüber hinaus können weitere Steuern hinzukommen, je nachdem, welche Rechtsform du für deine Selbstständigkeit wählst.

Wie viel darf man nebenberuflich selbstständig verdienen?

Grundsätzlich gilt, dass du weniger verdienen musst als in deinem Hauptberuf. Wenn du Arbeitslosengeld oder BAföG beziehst oder verbeamtet bist, gelten deutlich strengere Regeln für deine Einkünfte aus nebenberuflicher Selbstständigkeit.

Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas studierte 2013 nach seinem Abitur Journalismus & Unternehmenskommunikation in Köln. Parallel sammelte er Erfahrung bei den Redaktionen verschiedener Tageszeitungen. Nach dem Studium zog es ihn ins Online-Marketing, wo er mit dem Schwerpunkt auf SEO-Texte und Blogbeiträge fünf Jahre für verschiedenste Themen und Branchen schrieb. Seit März 2022 verstärkt er die Redaktion von Digital Beat und Gründer.de als Junior-Online-Redakteur.

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