FemCare neu gedacht
Gründer-Geheimnis The Female Company: Erfolg durch Tabubruch
Featured image: The Female Company
Inhaltsverzeichnis
- Idee und Gründung
-
Die Branche
- Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum hast du dich für diesen Bereich entschieden?
- Wie wichtig ist es, über das Thema Nachhaltigkeit in deiner Branche zu sprechen?
- Welche Trends nimmst du in dieser Branche gerade wahr?
- Welche Meilensteine hast du mit The Female Company schon erreicht?
- Was macht The Female Company so besonders? Wie grenzt du dich von der Konkurrenz ab?
- Alltag
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The Female Company steht für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der FemCare-Branche. Mit Produkten wie Bio-Tampons und Periodenhöschen revolutionierte das Startup den Markt. Die Baumwolle stammt aus zertifizierten Quellen und ist frei von schädlichen Stoffen. Gleichzeitig bricht das Unternehmen Tabus und klärt offen auf. Wie die Gründerin Ann-Sophie Claus auf die Idee kam und welche Meilensteine sie mit ihrem Team erreicht hat, erfährst du im Interview.
Idee und Gründung
Wie genau entstand die Geschäftsidee für The Female Company? Beschreibe bitte den genauen Moment.
Die Idee zu The Female Company kam mir nach einem besonders erschütternden Vorfall, der mich nicht losgelassen hat. In den USA verlor ein Model beide Beine, verursacht durch einen Tampon. Diese Geschichte hat mich tief getroffen und ich begann, mich intensiver mit den Inhaltsstoffen von Periodenprodukten zu beschäftigen. Was ich herausfand, war erschreckend: Es existiert keine Deklarationspflicht.
Das bedeutet, dass Hersteller nicht angeben müssen, welche aus was Produkte bestehen, die wir jeden Monat über Tage hinweg in unseren Körper einführen. Das war der Moment, in dem ich wusste, dass etwas passieren muss. Es war mir ein Bedürfnis, eine Lösung zu schaffen, die nicht nur sicherer ist, sondern auch das Thema Transparenz in den Vordergrund stellt. Das war der Beginn von The Female Company: eine Marke, die sich radikal und lautstark für die Gesundheit von Frauen und Transparenz einsetzt.
Wie lief die Namensfindung ab? Warum hast du dich für “The Female Company” entschieden?
Es fielen damals sehr viele Schnapsideen zum Beispiel “Power Puff Puffs” für unsere Tampons, “Tampocery” war mal im Spiel. Aber wir haben etwas gesucht, was völlig unabhängig von der Periode läuft. Denn uns war von Anfang an klar, dass wir über die Periode hinauswachsen möchten – bis zur Menopause. Außerdem geht es um mehr als nur Produkte. Wir klären auf, wir fahren frauenpolitische Kampagnen – The Female Company fasst das alles für uns zusammen. Mittlerweile würden wir die Bezeichnung wahrscheinlich noch breiter fassen, um alle Menstruierenden unabhängig von Gender zu inkludieren.
Wie ging es dann weiter? Was waren die nächsten Schritte?
Wir haben mit der Entwicklung unserer Bio-Tampons begonnen und uns stark auf nachhaltige Materialien fokussiert. Das heißt, wir haben den ersten Bio-Tampon gelauncht, der ohne Plastik und in kompostierbarer Folie verpackt war. Parallel dazu haben wir unsere Community aufgebaut und mit Aufklärungskampagnen begonnen, um Tabus im Bereich der weiblichen Hygiene zu brechen. Unter anderem mit dem Tampon Book – eine Kampagne, die auf die unfaire Besteuerung von Periodenprodukten aufmerksam machen sollte. Mit Erfolg.
Die Branche
Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum hast du dich für diesen Bereich entschieden?
Durch viele Vorfälle wie ÖKO-TEST Ergebnisse, in denen wiederholt Schadstoffe in Periodenprodukten gefunden wurden, war uns klar: die Konsument*innen haben ein erhöhtes Bewusstsein. Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde bereits in vielen anderen Consumer Categories diskutiert.
Wir waren die ersten Bio-Periodenprodukte im deutschen Markt und behielten recht: Der Markt für nachhaltige Hygieneprodukte wie Bio-Tampons wächst seitdem 7 % jährlich, der Markt für Periodenunterwäsche 20 % jährlich auf globaler Ebene. Mittlerweile suchen mehr Menschen nach Periodenunterwäsche bei Amazon als nach regulärer Unterwäsche für Frauen.
Wie wichtig ist es, über das Thema Nachhaltigkeit in deiner Branche zu sprechen?
Nachhaltigkeit ist entscheidend, weil 49 Milliarden Hygieneprodukte in denen u.a. Plastik steckt jährlich verwendet und entsorgt werden. Unsere Produkte, wie die Period Panty, helfen, Müll zu reduzieren und bieten eine nachhaltige Alternative.
Welche Trends nimmst du in dieser Branche gerade wahr?
Der Trend geht zu mehr Transparenz und Wiederverwendbarkeit. Immer mehr Konsument*innen bevorzugen nachhaltige Alternativen wie Menstruationstassen oder Period Panties. Aber auch um einen echten Wandel in der Kommunikation: moderne junge Konsumentinnen möchten keine Scham mehr empfinden und erwarten moderne Kommunikation – keine blauen Flüssigkeiten mehr in der Bindenwerbung.
Welche Meilensteine hast du mit The Female Company schon erreicht?
Wir haben dazu beigetragen, die Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte zu senken, die saugstärkste Period Panty am Markt entwickelt und über 1.5 Millionen Produkte verkauft. Wir sind als echten Periodenexpertinnen 😉
Und: die größte Community im FemCare Space aufgebaut mit knapp 500.000 Follower*innen.
Was macht The Female Company so besonders? Wie grenzt du dich von der Konkurrenz ab?
Wir sind nah an unseren Kundinnen dran, entwickeln unsere Produkte mit ihnen gemeinsam, machen pro Monat über 20 Kundinnenumfragen, unser Produktteam macht sogar regelmäßige Fokusgruppen und Telefonate. Und: wir sind von Frauen gegründet.
Noch dazu haben wir es geschafft, wirkliche Innovation in den Markt zu bringen. Mit einer Förderung vom Bund für Produktinnovation haben wir die ersten patentierten Stillprodukte entwickelt, die 2025 auf den Markt kommen. Mal abgesehen von den saugstärksten Saugeinlagen in unseren Pantys.
Alltag
Auf was in deinem (Arbeits-)Alltag kannst du nicht verzichten?
Asana – dieses Tool hat uns als Hybrid Company wirklich alles erleichtert. Wir leben quasi mit diesem Tool 😉 Und Kaffee natürlich.
Hast du einen spannenden Tipp für angehende Gründer?
Als wir gestartet haben, haben viele nicht an die Idee geglaubt. Johnson & Johnson hat 70 % Markteinteil, ein wahres Monopol. Aber wir wussten einfach, dass dieser Markt ein dringendes Makeover braucht. Glaubt an eure Idee, wenn es sich so anfühlt, als würdet ihr für sie ins kalte Wasser springen wollen. Und lasst euch nicht erzählen, dass das Quatsch ist. On Top: es lässt sich super schnell herausfinden, ob eure Idee funktioniert.
Wir haben damals mit Meta Ads knapp 1.000 interessierte Menschen in den sogenannten “Inner Circle” – eine Facebookgruppe eingeladen. Dort haben wir unsere ganze Reise geteilt, Feedback eingeholt, geprüft ob Interesse am Produkt da ist und wie die Kaufbereitschaft aussieht. Auch A/B Tests über Meta Ads haben wir uns geholfen und nutzen wir immer noch dafür, neue Produktideen am Markt zu vertesten. Es braucht kein VC Investment um eine Einschätzung für den Product-Markt-Fit zu bekommen – es sei denn man möchte ein BioTech Startup gründen.
Ich bin außerdem stolzes Gründungsmitglied von Startups for Tomorrow und sehr glücklich darüber, dass die jüngeren Gründer*innengenerationen ihre Kräfte vereinen, um gemeinsam zu wachsen. Denn: gerade als Unternehmen, das auf Impact, Herstellungsweisen, Nachhaltigkeit achtet, hat man in der Regel eher (Kosten-/Aufwands-…)Nachteile. Deswegen ist unsere Mission, die Kräfte zu bündeln und dadurch gegen die Goliaths dieser Welt anzukämpfen.
Nutzt du KI-Tools, um dir den Arbeitsalltag zu erleichtern? Wenn ja, welche sind das und wie genau wendest du diese an?
(mal abgesehen davon, dass ich dieses Interview mit ChatGPT beantwortet habe ;)).
Die größte Veränderung, die AI bisher bei uns gebracht hat ist eine Integration von AI in unser Stock & Demand Forecasting. Hier wird tagesgenau automatisiert analysiert, welche Produkte gut laufen und wann out of stock sind – auch der Marketingplan kann mit einem Klick darauf angepasst werden und wir bekommen konkrete Vorschläge, welche Produkte in Sales rabattiert werden sollten bzw besser vermarktet werden müssen.
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Über den Autor
Jana Blümler
Jana ist seit Juni 2024 als Junior Content Managerin in der Redaktion bei Gründer.de tätig. Hier berichtet sie über spannende, aktuelle Business Cases zu den Themenbereichen Künstliche Intelligenz, Digitale Geschäftsmodelle und Online Marketing. Mit ihrem Bachelorstudium im Medien- und Eventmanagement und einem Masterabschluss im Kommunikations- und Marktmanagement bringt sie ihre fundierten und praxisnahen Kenntnisse in die redaktionelle Arbeit ein. Ihre Leidenschaft für Digitales Marketing und ihr marktwirtschaftliches Verständnis ermöglichen es ihr, immer über die neusten Trends und Business Cases auf dem Laufenden zu sein.