Google hat angekündigt, dass Gemini den Google Assistant spätestens 2025 vollständig ersetzen wird. Zunächst werden Android-Smartphones umgestellt, doch auch andere Geräte, auf denen der Google Assistant genutzt wird, sollen folgen. Die Anforderungen für die Nutzung von Gemini sind dabei überschaubar: Smartphones müssen mindestens 2 GB RAM besitzen und Android 10 oder eine neuere Version verwenden. Geräte, die diese Anforderungen nicht erfüllen, werden vorerst weiterhin mit dem Google Assistant arbeiten. Einige Nutzer können bereits jetzt erste Veränderungen wahrnehmen, da Gemini schon auf Geräten wie dem Galaxy S25 integriert ist. Weitere Informationen zur Ausweitung auf Smartwatches, Fernseher und Smart-Displays sollen in den kommenden Monaten folgen. Mit dem Wechsel gehen jedoch auch einige Funktionen verloren, wie etwa bestimmte Sprachbefehle für die Fotoverwaltung oder der Dolmetschermodus für Live-Gespräche. Aber welche Funktionen machen Google Gemini so vielversprechend?
Umgebungsanalyse: Gemini wird zu deinen Augen
Eine der spannendsten Neuerungen von Gemini ist die Fähigkeit, die Umgebung des Nutzers in Echtzeit zu analysieren. Was einst unter dem Namen „Project Astra“ als Vision vorgestellt wurde, ist nun auf unseren Smartphones die Realität. Mithilfe der Kamera kann Gemini die Welt um uns herum „sehen“ und die Eindrücke sofort interpretieren.
Diese Funktion eröffnet den Nutzern die Möglichkeit, Gemini Fragen zu ihrer Umgebung zu stellen und basierend auf visuellen Informationen Antworten zu erhalten. In einem ersten Demonstrationsvideo zeigte Google, wie ein Nutzer der KI selbstgetöpferte Vasen präsentierte und Google Gemini um Empfehlungen zur Farbauswahl bat. Die KI berücksichtigte dabei nicht nur den Stil der Vasen, sondern auch die Farben bereits fertiger Werke, um harmonische Farbvorschläge zu machen.
Die Umgebungsanalyse ist jedoch nicht nur für kreative Anwendungen gedacht. Sie kann auch im Alltag hilfreich sein, etwa beim Einkaufen, bei der Entdeckung neuer Orte oder beim Identifizieren von Objekten und Pflanzen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und werden mit der Weiterentwicklung der Technologie noch zunehmen.
Momentan steht diese Funktion jedoch nur zahlenden Nutzern zur Verfügung, die ein Abonnement für Gemini Advanced im Rahmen des Google One AI Premium Plans abgeschlossen haben.
Bildschirmanalyse: Gemini sieht, was du siehst
Neben der Umgebungsanalyse über die Kamera bietet Gemini auch die Möglichkeit, Bildschirminhalte des Smartphones zu analysieren. Diese Funktion geht über das bisherige Hochladen von Screenshots hinaus, da sie ein direktes Screensharing mit der KI ermöglicht.
Durch diese Echtzeit-Verbindung kann Gemini auch auf sich verändernde Elemente auf dem Bildschirm reagieren und Fragen dazu beantworten. In ersten Tests konnte die KI wichtige Informationen wie Datum und Wetter vom Bildschirm ablesen und sogar Benachrichtigungen abrufen, die nicht direkt geöffnet waren.
Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Google Gemini kann bei der Navigation durch komplexe Apps helfen, Texte auf dem Bildschirm übersetzen oder Informationen aus Dokumenten extrahieren. Besonders für Nutzer, die mit bestimmten Anwendungen nicht vertraut sind oder Unterstützung bei der Bedienung ihres Smartphones benötigen, könnte diese Funktion eine wertvolle Hilfe darstellen.
Dein persönlicher Schreibassistent in Gmail
Eine weiteres nützliches Update betrifft die Integration von Gemini in Gmail. Die KI kann nun auch Nachrichten in verschiedenen Sprachen verfassen, darunter in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Französisch. Bisher war diese Funktion auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch beschränkt.
Die Nutzung ist denkbar einfach: Beim Erstellen einer neuen E-Mail genügt ein Klick auf das Bleistiftsymbol mit einem Stern in der Werkzeugleiste, um die „Help me write“-Funktion zu aktivieren. In einem Textfeld können Nutzer dann Anweisungen geben, welche Art von Nachricht sie benötigen und welche Tonalität die KI verwenden soll.
Gemini erstellt daraufhin einen ersten Entwurf, den der Nutzer vor dem Versenden noch überarbeiten kann. Alternativ lässt sich die KI auch nutzen, um bereits geschriebene E-Mails zu optimieren – sei es die Anpassung der Tonalität, das Hinzufügen weiterer Details oder die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
Wie bei den anderen neuen Features ist auch diese Funktion zunächst bestimmten Nutzergruppen vorbehalten: Business- und Enterprise-Konten, Kunden mit Gemini-Education-Abo sowie Privatnutzern mit Google One AI Premium Plan.


Jana Blümler