Kritik und Empörung auf Social Media

Ankerkraut zur Mehrheit an Nestlé verkauft

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Viele kennen Ankerkraut aus Die Höhle der Löwen. Hier konnte Frank Thelen sich einen Deal mit den Gründern Anne und Stefan Lemcke sichern. Das Unternehmen stellt Gewürze und Gewürzmischungen in Glasbehältern ohne Streuaufsatz her. Auch auf Social Media konnten sich die beiden bereits großes Ansehen verschaffen. Über 200.000 Follower auf Instagram und zahlreiche Kooperationen mit Influencern beweisen wie angesehen die Gewürzmanufaktur ist. Jetzt verkauft Ankerkraut seine Mehrheit an den umstrittenen Weltkonzern Nestlé. Das begeistert nicht jeden.

Die Anfänge von Ankerkraut

Gegründet wurde Ankerkraut bereits im Jahr 2013. Damals haben die beiden Gründer die Gewürzmischungen noch in der Garage zusammengestellt und verpackt – heute bleibt den beiden dafür wohl keine Zeit mehr. Den großen Durchbruch hatte Ankerkraut im Jahr 2016. Hier präsentierten sie ihren Pitch vor den Investoren von Die Höhle der Löwen, mit Erfolg. Frank Thelen investierte eine sechsstellige Summe in das damals noch recht kleine Unternehmen. In der vergangenen Staffel waren die beiden Gründer sogar selbst als Gastinvestoren in der Jury zu sehen. Die Folge kann über RTL+ nachgeschaut werden. Doch viele kennen Ankerkraut heute nicht mehr nur aus dem TV. In über 10.000 Supermärkten und Baumärkten oder auch in ihren eigenen Flagship-Stores werden die Gewürzmischungen vertrieben. Auch im Netz haben sie sich eine große Fangemeinde aufgebaut. Rückblickend eine Gründergeschichte wie sie im Bilderbuch steht.

Der Deal mit Nestlé

Jetzt verkündet Ankerkraut eine große Neuigkeit – auf Instagram und Co machen sie die Partnerschaft mit dem Großkonzern Nestlé publik. Doch wie wird diese Partnerschaft aussehen? Das fragen sich viele treue Kunden. Laut Ankerkraut ist das Ziel vor allem gemeinsam neue Ideen umzusetzen und Produkte zu schaffen. Dabei bleiben die Gründer Anne und Stefan Lemcke Teil des Unternehmens und die Marke Ankerkraut bleibt ein eigenständiges Unternehmen. Für die beiden sei laut Spiegel das der Schritt gewesen, um ihr Business auf die nächste Stufe zu heben. Auch sie hätten Zweifel gehabt, jedoch alle ihre Fragen an den Konzern gerichtet und wären erst daraufhin mit gutem Gewissen die Partnerschaft eingegangen.

Der Großkonzern Nestlé, unter dem zahlreiche bekannte Marken wie KitKat, Nespresso oder auch die vegane Marke Garden Gourmet laufen, ist in der Online-Welt nicht unbedingt beliebt. Sie werden mit zahlreichen Skandalen wie Kinderarbeit, Abholzung der Regenwälder oder auch Ausbeutung von Wasserressourcen assoziiert. Die Wahrscheinlichkeit auf negative Reaktionen sollte Ankerkraut also bei dem Deal bereits im Vorhinein bewusst gewesen sein.

Viel Hate im Netz für Ankerkraut

Die Nachrichten im Netz überschlagen sich. Auf Instagram erhält die Ankündigung 3.600 Likes, der Post hat aber fast doppelt so viele Kommentare. Viele befürchten, dass die Visionen und Werte, für die Ankerkraut steht, verloren gehen könnten. Auch kritisieren einige, dass sie das Gefühl haben, das sei eine Entscheidung aus reinen Profitgedanken gewesen. Allroundtalent und Youtuber Fynn Kliemann kommentiert nur: „Bye Bye“ und erhält große Zustimmung.

So geht es vielen Influencern. Eigentlich war Ankerkraut bislang ein Unternehmen, für das die Branche gerne Werbung gemacht hat. Doch jetzt müssen die beiden Gründer einiges an Gegenwind einstecken. So kommunizieren viele Werbegesichter eine sofortige Beendigung der Zusammenarbeit. Obwohl das auch für die Influencer finanzielle Einbußen bedeutet und sie Konsequenzen sehr bedauern, scheint es für viele der richtige Schritt zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob eine Partnerschaft mit Nestlé Ankerkraut wirklich voranbringt und sich die Wogen glätten oder ob die Investition eventuell doch ein Fehler war.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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