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Unterwegs eigene Energie produzieren

Die Solarrucksäcke des Grazer Startps SUNNYBAG machen grünen Strom zum Mitnehmen möglich

Es gab nur zwei Steckdosen pro Hörsaal“, erinnert sich Stefan Ponsold an seine Studentenzeit. Mitten im ersten Smartphone-Hype rund um 2010 sei das unpraktisch gewesen. „In der Uni waren die Handys meistens leer“, sagt der ehemalige Innovationsmanagement-Student. Dann kam der Geistesblitz. „Ein Solarpanel im A4-Format erzeugt genug Energie, um ein Smartphone in 2-3 Stunden voll aufzuladen“, erklärt Stefan Ponsold. „Also habe ich eine Solarzelle in meine Umhänge-Tasche eingenäht.“ Als der damals 26-Jährige mit seiner Erfindung ein Festival besucht, erntet er viel Bewunderung. „Mich haben immer wieder Leute angesprochen, die diese Idee genial fanden – da wusste ich, es gibt einen Markt.“

Zukunftspotenzial Sonne

Das Studentenprojekt ist in 12 Jahren zum fix etablierten Green-Tech-Unternehmen „SUNNYBAG“ angewachsen. Das Projekt trifft den Nerv der Zeit: Laut einer Umfrage des BMK finden 81 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, dass erneuerbare Energie und nachhaltige Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

Experten räumen der Solartechnologie hierzulande großes Potenzial ein. Laut Photovoltaik Austria liegt die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung in Österreich bei bei 1.000 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das entspricht einer Energiemenge von 100 Litern Öl. Würde man auf 3 Prozent der Fläche Österreichs Photovoltaikmodule installieren, könnte man 100 Prozent des Energiebedarfs Österreichs decken.

Stefan Ponsolds „SUNNYBAG“ macht Photovoltaik im kleinen Rahmen nutzbar. Das Startup produziert Rucksäcke, die Solarkraft umweltfreundlich in elektrische Energie umwandeln. Mobile Begleiter wie Smartphone, Tablet oder Laptop werden somit unterwegs mit grüner Energie aufgeladen. Wenn jedes Endgerät voll geladen ist, können Rucksackträger stattdessen das beigelegte Akkupack anstecken. Dieser Akku speichert produzierten Strom und macht die Sonnenstrahlen auch in den dunklen Abendstunden nachträglich nutzbar.

Aufbau im Silicon Valley

„Man glaubt, es ist ganz einfach: Du nähst ein Panel in einen Rucksack ein, und fertig“, sagt der Gründer Stefan Ponsold. „Aber so leicht war es nicht.“ Verschiedene Ladeströme, wechselnde Bedingungen: das Powermanagement müsse wesentlich effizienter als bei einer statischen Solaranlage sein. Als Stefan Ponsold mit 26 Jahren seinen gut bezahlten Job als Produktentwickler kündigt, ist ihm das nur halb bewusst. 18 Monate lang tüftelt er am Steirer Gründercenter „Science Park Graz“  an Technik, Team und Finanzierung. 2013 wandert er für zwei Monate in die USA aus, im Sillicon Valley die SUNNYBAG Limited zu gründen.

„Zurück in Österreich haben wir sämtliche Gründershows durchgespielt“, erzählt Stefan Ponsold. Bei der Puls4 Show „2 Minuten 2 Millionen“ kommt für den Grazer im Jahr 2013 kein Investment zustande. Im Herbst 2016 nimmt SUNNYBAG an der deutschen Gründershow „Höhle der Löwen“ teil. Dort gewinnt Ponsold den Unternehmer Ralph Dümmel zwar nicht als Investor, aber als Partner. In den Folgejahren ergeben sich mehrere Kooperationen mit Hilfsorganisationen wie SOS-Kinderdorf, Ärzte ohne Grenzen oder UNICEF. „In diesen Jahren haben wir noch Verluste geschrieben“, erzählt Ponsold. „Seit einigen Jahren aber sind wir stabil und finanziell profitabel.“ Gleichzeitig räumt das Unternehmen regelmäßig Innovationspreise ab: im Jahr 2022 wird SUNNYBAG mit dem ISPO-Award, einem renommierten Gütesiegel für Outdoor-Gadgets ausgezeichnet.

CO2-neutrale Produktion

2021 erreicht das Unternehmen einen neuen Umwelt-Meilenstein. „Wir haben ermittelt, wie groß der CO2-Fußabdruck unserer Produkte ist“, sagt Stefan Ponsold. „Um unseren CO2-Ausstoß auszugleichen, haben wir für 2021 CO2-Zertifikate gekauft.“ Dieses Geld fließt in ein Wiederaufforstungsprojekt des  Tropenwaldes in Papua-Neuguinea. Für das Jahr 2022 hat Ponsold vor, zum CO2-Ausgleich ein Aufforstungsprojekt in Österreichs zu unterstützen. „Damit ist der Rucksack zum Zeitpunkt der Auslieferung durch die Kompensation CO2-neutral“, sagt Stefan Ponsold. „Aber: ab der ersten Sekunde, in der ein Rucksack in der Sonne liegt, ist er CO2-positiv – sobald er nachhaltige Energie erzeugt.“

Der Umweltgedanke fließt auch ins Produktdesign ein.  „Das Außentextil unserer Rucksäcke besteht zu 50 Prozent aus recycelten PET-Flaschen“, sagt Stefan Ponsold. Dadurch werde einerseits alter Polyethylen-Kunststoff wiederverwendet. Andererseits wird weniger neuer Kunststoff benötigt. „Die Langlebigkeit des Materials soll nicht leiden“, sagt er. „Aber wenn es Sinn macht, versuchen wir auf Wiederverwertung zu setzen.“

Dieser Vorsatz schließt auch firmeninterne Kreisläufe ein. Solarrucksäcke, deren Solarpanele ihre Lebenszeit überschritten haben, sollen künftig von SUNNYBAG zurückgenommen und recycelt werden. Noch ist das Zukunftsmusik: die ältesten Rucksäcke sind erst 13 Jahre alt. Die Mindestlebenszeit einer Solarzelle aber beträgt mindestens 20 bis 25 Jahre.

Innovation als Klimawaffe

Was SUNNYBAG in den nächsten Jahren vorhat? „Nachhaltige, innovative Technologie funktioniert. Dafür wollen wir ein Bewusstsein schaffen“, sagt Stefan Ponsold.  „Gerade bei der Energieerzeugung ist schon sehr viel möglich. Wer heute eine SUNNYBAG kauft, wird merken, dass Sonnenenergie zuverlässig funktioniert. Damit wird wahrscheinlicher, dass später auch am Hausdach in eine Solaranlage investiert wird. Innovationen wie unsere inspirieren und helfen Schritt für Schritt aus der Klimakrise.“

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