Die Generation Z, also jene, die zwischen den späten 1990ern und den frühen 2010ern geboren wurden, ist immer zahlreicher auf dem Arbeitsmarkt vertreten. Dabei zeigt sich, dass sie eine ganz andere Einstellung an den Tag legt als ihre Vorgänger. Die Unterschiede sind teilweise sehr gravierend, angeblich hat die Gen Z keine Lust auf Arbeit. Tatsache ist: Sie geht anders mit Themen wie Arbeitslosigkeit um als andere Altersgruppen.
Verlust der Arbeit: Gen Z macht Kündigungen öffentlich
Anfang des Jahres erregte die Kundenbetreuerin Brittany Pietsch Aufsehen im Netz. Sie zeichnete das Kündigungsgespräch mit den Vertretern der Personalabteilung ihres Unternehmens auf. Dabei regte sie sich vor allem über die unpersönliche Art der für sie unerwarteten Kündigung. „Es muss sehr einfach für Sie sein, diese 10- oder 15-minütigen Gespräche zu führen, jemandem zu sagen, dass er gefeuert ist, sein ganzes Leben zu zerstören und das war‘s dann“, sagt Pietsch den Vertretern der Personalabteilung in dem Video. Für sie fühlte sich das „wie ein Schlag ins Gesicht“ an. In den letzten Monaten sind bedingt durch die zahlreichen Entlassungen in der Technologie-, Medizin- und Finanzbranche viele Videos dieser Art aufgetaucht.
Generation Z: Arbeitslosigkeit ist kein Tabuthema mehr
Die Work-Life-Balance und der Glaube an ihre Arbeit stehen für viele Vertreter der Gen Z hoch im Kurs. Das führt dazu, dass sie wechselwilliger sind und eine Arbeit, die ihnen keinen Spaß mehr macht, nicht weiter ausführen. Dafür kündigen einige auch ohne Plan B und gehen offen damit um. War es früher so, dass Arbeitslosigkeit als beschämend galt und verschwiegen wurde, geht die Gen Z mit ihrer fehlenden Arbeit offen um. Das hilft ihnen außerdem dabei, die negativen Erfahrungen zu verarbeiten. Dabei geben sie über ihre Social-Media-Kanäle Einblicke in ihre Gefühlswelt. Die Resonanzen von Gleichaltrigen sind oftmals positiv und es finden sich Erfahrungsberichte, die den Ausstieg aus einem unerfüllten Job als richtige Entscheidung bezeichnen. Für die Gen Z geht es nicht mehr darum, überhaupt einer Arbeit hinterherzujagen, vielmehr sucht sie dich die passende Stelle aus – ähnlich wie beim Onlineshopping das passende Produkt.
Fazit: Die Gen Z hat Lust auf Arbeit – unter Bedingungen
Mit der Gen Z drängt die künftig federführende Altersgruppe immer mehr auf den Markt. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern ist sie bereit, Jobs abzulehnen und aufzugeben, was ihr den Ruf eingebracht hat, arbeitsfaul zu sein. Sie vertritt ihr Werte und Interessen vehement und ist nicht bereit, Kompromisse einzugehen, wenn es um ihre berufliche Entwicklung und Zufriedenheit geht. Diese Generation ist stark von der Technologie geprägt und hat hohe Erwartungen an flexible Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance und Sinnhaftigkeit in ihrem Beruf. Sie strebt nach einer sinnvollen Arbeit, die ihre Werte und Überzeugungen widerspiegelt. Sie ist außerdem bereit, dafür auch finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen. Die Gen Z ist außerdem sehr gut vernetzt und informiert, was es für Unternehmen noch wichtiger macht, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, um sie als Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden.



Andreas Fricke