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Für einen nachhaltigeren Verkehrssektor

Gründer-Geheimnis Chargeunity: Damit soll die Verkehrswende einfacher werden

Die Elektromobilität wird in Deutschland größer und wichtiger. So schnell wie neue Autos nachkommen, so schwierig ist das Thema öffentliche Ladestellen. Das Unternehmen Chargeunity nimmt sich dem Problem an und bringt Privatpersonen und Kommune auf einen Nenner. Ab Frühjahr 2024 können sie nun die ersten Ladesäulen aufstellen. Erfahre mehr zum Werdegang der beiden jungen Gründer.

In den letzten Jahren hat sich im Verkehrswesen einiges getan. So ist der Bereich Elektromobilität deutlich gewachsen. Viele Besitzer eines Elektoautos haben auch eine eigene Ladestation zu Hause. Diese Stationen gibt es mittlerweile öfters an Knotenpunkten wie Autobahnrasthöfen oder öffentlichen Gebäuden. Doch in der großen Masse gibt es noch keine Ladestationen. Menschen, die ihr Auto nicht in einer eigenen Garage parken oder nicht die Möglichkeit haben, sich eine Ladebox nach Hause zu holen, haben daher nicht immer und überall die Chance, das Auto zu laden. Das soll Chargeunity ändern. Sie wollen Kommunen und Privatinvestoren zusammenbringen. Carl Müller und Niklas Seitenspinner sind die Gründer dieses jungen Unternehmens. Niklas ist der CEO und kennt sich, dank einiger Berufserfahrung, in der Ladeinfrastruktur aus und ist der Branchenexperte. Carl wiederum ist CMO und kümmert sich um die Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Beide bringen in ihren Bereichen die Erfahrung mit. Wie sich der Werdegang der beiden Gründer entwickelt hat, erfährst du hier.

Chargeunity
So sehen die Ladesäulen von Chargeunity aus. Quelle: Chargeunity.

Idee und Gründung

Wie genau entstand die Geschäftsidee für Chargeunity?

Die Geschäftsidee entstand in der Zeit, als Niklas seinen Bachelor an der Fachhochschule des Mittelstands ablegte. In dem Modul “Businessplan, -entwicklung und Geschäftsmodell” sollten spontan Geschäftsideen gepitcht werden, zu denen anschließend ein Businessplan geschrieben wurde. Da er sich zuvor viel mit der Elektromobilität beschäftigte, waren ihm die Probleme in der Branche bekannt – in diesem Moment entstand die Idee für unser Startup.

Wie lief die Namensfindung ab? Warum habt ihr euch für “Chargeunity” entschieden?

Chargeunity ist abgeleitet vom Wort ‘Community’, also Gemeinschaft. Das ist auch unser Ziel mit Chargeunity: Wir wollen eine Gemeinschaft entwickeln, die Lademöglichkeiten zur Verfügung stellt und somit jedem Bürger den Umstieg auf Elektromobilität ermöglicht.

Wie und wann habt ihr erkannt, dass ihr eure Idee in einem eigenen Unternehmen  umsetzen wollt?

Der Plan, ein eigenes Unternehmen mit der Geschäftsidee zu gründen, kam sofort nach der besagten Vorlesung, in der Niklas die Geschäftsidee zum ersten Mal pitchte. Nach Einholen des Feedbacks seiner Kommilitonen und seines Dozenten war ihm bewusst, dass die Geschäftsidee erfolgreich umgesetzt werden kann und einen wesentlichen Teil zur Erreichung der Ziele der Bundesregierung bezüglich Ladeinfrastruktur und Elektromobilität leisten kann.

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Wie ging es dann weiter? Was waren die nächsten Schritte?

Um Branchenkenntnisse und Kontakte zu erhalten, bewarb sich Niklas bei der TankE GmbH und sammelte dort zweieinhalb Jahre Berufserfahrung. Um Unterstützung bei der Umsetzung zu bekommen, ging er auf Carl zu und überzeugte ihn von der Geschäftsidee. Ab dem Zeitpunkt entwickelten wir die Geschäftsidee zusammen weiter und klärten erste rechtliche Fragen.

Beim Gründen läuft nicht immer alles glatt: Was würdet ihr das nächste Mal nicht nochmal so machen?

Wir haben relativ wenige Erfahrungen gemacht, die wir im Nachhinein bereuen würden. Aus jeder Erfahrung kann auch etwas mitgenommen werden, was die Geschäftsidee weiterbringt. Zum Beispiel sind wir anfangs erst auf Kunden zugegangen, ohne überhaupt zu klären, ob die örtliche Kommune bei unserem Konzept mitspielt. Dadurch haben wir den ein oder anderen Kunden verloren. Wir haben gelernt, dass wir im ersten Schritt mit der Kommune sprechen sollten, bevor wir unsere Vertriebsaktivitäten starten. 

Wie konntet ihr Chargeunity finanzieren?

Bislang haben wir uns über das EXIST-Gründerstipendium finanziert. Vor der Gründung waren wir in Teilzeit angestellt und haben parallel dazu die Geschäftsidee weiterentwickelt. Es lohnt sich immer, kleine Förderprogramme oder Wettbewerbe mitzunehmen, um in der Anfangsphase erste finanzielle Mittel zu erhalten. Aktuell stellen wir unsere erste Finanzierungsrunde auf, um nächstes Jahr unseren Markteintritt zu vollziehen.

Die Branche 

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum habt ihr euch für diesen Bereich entschieden?

Unser Unternehmensbereich besitzt enorm viel Potenzial: Wir konzentrieren uns auf Autofahrer, die im öffentlichen Straßenraum parken und somit keine Möglichkeit haben, sich eine private Wallbox anzuschaffen. Aus Statistiken geht hervor, dass 19 Prozent aller Pkw in Deutschland genau das tun. Grob gerechnet besteht unser Zielmarkt somit aus knapp 10 Millionen Pkw, die alle auf Elektromobilität umsteigen könnten.

Wie wichtig ist es, über das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen?

Wir haben unser Startup hauptsächlich gegründet, da wir die Verkehrswende vorantreiben wollen: Niklas hat seine Ausbildung im August 2015 bei Volkswagen begonnen. Einen Monat später kam der Dieselskandal ans Licht, weshalb er sich in seinem Studium viel mit der Elektromobilität beschäftigte. Man kann also sagen, dass das Thema Nachhaltigkeit ein großer Faktor in der Entwicklung unserer Geschäftsidee war und nach wie vor Kern unserer Vision ist.

Aktuell geht der Trend hin zum Schnellladen an Hauptverkehrsachsen und Autobahnraststätten. Dieser Entwicklung schauen wir ein wenig skeptisch entgegen: Klar ist, dass es Schnellladeinfrastruktur benötigt, um die Akzeptanz der Elektromobilität grundsätzlich zu steigern. Dennoch braucht es für einen Massenmarkt vor allem Lademöglichkeiten an Orten, an denen Pkw länger stehen. Dafür sind Wohngebiete natürlich prädestiniert, weshalb wir dort ein flächendeckendes Angebot an Ladeinfrastruktur schaffen wollen.

Welche Meilensteine habt ihr mit Chargeunity schon erreicht?

In 2022 haben wir die Zusage für das EXIST-Gründerstipendium erhalten, welches enorm wichtig für die Weiterentwicklung unserer Geschäftsidee war. Im November diesen Jahres sind wir außerdem beim C3-Wettbewerb (Campus Competition Cologne) des Gateway Köln unter die besten drei Startups gekommen und konnten uns ein Investmentangebot in Höhe von 100.000 € sichern. 

Zudem konnten wir dieses Jahr erste Kommunen und Stadtwerke von unserem Konzept überzeugen und aktuell beschäftigen wir uns mit dem Aufbau unserer Vertriebswege. Erste Kunden haben wir auch schon gewonnen und befinden uns aktuell in der konkreten Planung. Im Frühjahr 2024 werden dann die ersten Ladesäulen von Chargeunity errichtet.

Was macht Chargeunity so besonders?

Unser Konzept bietet Bürgern die Chance, eine Lademöglichkeit an ihrem Wunschort zu errichten und auf Elektromobilität umzusteigen – unabhängig davon, ob ein eigener Stellplatz vorhanden ist. Wir nehmen unseren Kunden alle Verantwortlichkeiten bei Aufbau und Betrieb von öffentlicher Ladeinfrastruktur ab, sodass damit langfristig sogar Geld verdient werden kann. Wir konzentrieren uns dabei auf Regionen, die für unsere Wettbewerber eher uninteressant sind und sorgen so dafür, dass in jeder Kommune öffentliche Ladeinfrastruktur entsteht.

Alltag

Welche Marketing-Kanäle habt ihr für Chargeunity bisher genutzt?

Auf den gängigen Social-Media-Plattformen (Facebook, LinkedIn, Instagram) sind wir vertreten und beginnen nun, diese regelmäßig zu bespielen. Zudem haben wir eine erste GoogleAds-Kampagne geschaltet und dazu wichtige Erkenntnisse gewonnen. 

Wir suchen dabei Wege, um explizite Anfragen von Bürgern nach Lademöglichkeiten zu erhalten. Diese werden bislang in den seltensten Fällen von Wettbewerbern bedient.

Auf was in eurem Alltag könnt ihr nicht verzichten?

Da sind wir uns einig: Fußball. Wir spielen beide sehr gerne Fußball, sind Fans vom 1. FC Köln und besuchen regelmäßig die Spiele im Stadion – das ist unser Ausgleich zum Gründeralltag.

Habt ihr einen spannenden Tipp für angehende Gründer?

Unser Tipp ist es, frühzeitig klare Strukturen zu schaffen. Wir haben früh damit begonnen, zu überlegen, wie wir mit einem wachsenden Team weiterhin den Überblick behalten und dahingehend die Systeme, beispielsweise unser CRM-Tool, für die nächsten Jahre ausrichten können.

Nutzt ihr KI-Tools, um euch den Arbeitsalltag zu erleichtern?

Bislang nutzen wir noch keine KI-Tools. Das ist aber in Zukunft definitiv denkbar und ein Faktor, den man nicht außer Acht lassen sollte.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lea Minge

Lea Minge

Lea ist bei Gründer.de für die täglichen News zuständig. Im Bereich Wirtschaft, Startups oder Gründer hat sie den Überblick und berichtet von den neuesten Trends, Entwicklungen oder Schlagzeilen. Auch bei der Sendung “Die Höhle der Löwen” ist sie eine wahre Expertin und verfolgt für unsere Leser jede Sendung. Damit kennt sie die wichtigsten DHDL-Startups, -Produkte und Informationen zu den Jurymitgliedern. Daneben hat sie immer einen Blick auf die neuesten SEO-Trends und -Anforderungen und optimiert fleißig den Content auf Gründer.de. Neue Ideen für Texte bleiben da nicht aus. Schon früh interessierte sie sich fürs Schreiben, weshalb sie ein Studium in Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft in Düsseldorf absolvierte. Nach Abschluss ihres Bachelors macht sie seit Oktober 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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