Die Gründungen von Startups in Deutschland werden weniger. Das geht aus einer gemeinsamen Studie des Portals Statista und des Unternehmens startupdetectors hervor, in der diese die Gründungszahlen für das vergangene Quartal (April bis Juni) unter die Lupe genommen haben.
Über 100 Gründungen von Startups weniger als im Vorjahr
Im zweiten Quartal (Q2) dieses Jahres wurden rund 700 Gründungen von Startups im Handelsregister verzeichnet. Damit ist dieser Wert im Vergleich zum vorigen Quartal ebenso gesunken wie in der direkten Gegenüberstellung zum Vorjahr. In Q2 des Jahres 2021 waren es knapp über 800 Neugründungen und damit über 100 mehr als im jüngsten Quartal. Im Mai 2022 wurden zwar mehr Startups gegründet als noch im Vorjahr (274 zu 267). Jedoch war in den anderen beiden Monaten ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Waren es im April 2021 noch 289 neue Startups, gab es dieses Jahr lediglich 220 neue Gründungen. Nicht ganz so groß, aber dennoch deutlich, war der Unterschied zwischen den Zahlen im Juni. 2021 waren es 250 Neugründungen und 2022 lediglich 219. Die vollständige Studie mit weiteren Zahlen – darunter die beliebtesten Städte bei Gründern, der Frauenanteil und die Zielmärkte von Startup – kann bei Statista erworben werden.
Bildquelle: StatistaNach Boom folgt der Knick
Im Jahr 2020 gingen die Startup-Gründungen aufgrund des ersten Corona-Lockdowns sowie der unklaren wirtschaftlichen Lage logischerweise zurück. Nur wenige Corona-Startups konnten sich damals mit ihren neuen Ideen behaupten – bei einigen treten inzwischen durch die wiedergekehrte Normalität Schwierigkeiten auf. So zeigt sich an Rückschritten der Anbieter beispielsweise, dass das Interesse an Lebensmittel-Lieferdiensten zurückgeht. Im vergangenen Jahr hingegen fingen sich die Zahlen wieder: Man erlebte einen regelrechten Boom an Startup-Gründungen. Auch das erste Quartal 2022 knüpfte an diesen Trend an und verzeichnete einen deutlichen Anstieg an Startup-Gründungen. Die jungen Unternehmen profitierten vor allem von ihrer Flexibilität und Kreativität. Inzwischen haben aber auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wie auch die damit verbundenen steigenden Kosten die Startup-Welt erreicht.

Andreas Fricke