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So investierst du in Value-Aktien

Value Investing: Eine Strategie für die Krise?

Das Value Investing gilt als langfristige Investionsmöglichkeit und erlaubt dir somit auf lange Zeit ein Vermögen aufzubauen. Diese Strategie bekommt besonders in Krisenzeiten eine besondere Bedeutung, denn ein geeignetes Unternehmen und daher auch geeignete Value-Aktie in einer Krise zu finden, stellt viele vor eine Herausforderung. Doch gleichzeitig kann die Krise auch perfekte Einstiegschancen zu einem günstigen Preis bieten. Wann du auf die Value Investing-Strategie setzen solltest und was du dabei beachten musst, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Value Investing

Value Investing ist eine aktive Anlagestrategie, mit der man gezielt in unterbewertete Aktien an der Börse investiert, um dann von der Steigung des Werts im Zeitablauf zu profitieren. Mit dieser langfristigen Investitionsanlage soll schließlich eine lukrative Rendite erzielt werden.

Bei der Strategie des Value Investings verfolgen Investoren die Einstellung, dass Aktien einen inneren und einen äußeren Wert haben. Der innere Wert wird durch eine Cashflow-Analyse berechnet, während der äußere Wert den Aktienwert darstellt. Das heißt, dass Preis hier nicht gleich Wert ist. Dies kann man gut an den Kursschwankungen der Aktienmärkte beobachten. Denn hier weichen die Börsenpreise oftmals von dem Wert der Unternehmen ab, der wiederum anhand wirtschaftlicher Kennzahlen errechnet bzw. bewertet wird.

Value Investing ist klar von Risiko-Investments zu unterscheiden, da du beim Value Investing eher unabhängig von der Marktlage arbeitest. Für die Überprüfung der verschiedenen Investitionsmöglichkeiten hast du ausreichend Zeit und kannst das Risiko aufgrund der Kenntnis der jeweiligen Unternehmenszahlen umfassend kalkulieren. 

Du darfst bei dieser Art des Investierens keine allzu hohen Renditen erwarten, da du nach Unternehmenszahlen investierst und nicht allgemeinen Trends hinterherläufst. Die Strategie hängt hier maßgeblich von deinen persönlichen Zielen, deiner Investitionshöhe und der angesetzten Zeit ab. Wenn du auf der Suche nach einem Investment zur Vermögenserhaltung mit risikoarmen Renditen bist, dann kann Value Investing eine geeignete Investitionsmöglichkeit sein. Denn durch die Vorauswahl von großen, profitablen Aktien mit einer guten Dividende können signifikante Verluste vermieden werden.

Value Investing Pioniere – Graham und Buffet

Benjamin Graham und Warren Buffet sind zwei Namen, die den meisten Menschen, die an der Börse tätig sind, ein Begriff sein sollten. Denn beide haben mit ihren Strategien die Grundlage für das Value Investing gelegt.

Benjamin Graham

Als Gründervater des Value Investings gilt Benjamin Graham. Der Mathematiker und Philosoph wurde 1894 in London geboren und ging nach seinem Studium an die Wall Street. Nach einem großen Verlust seines Investments, begann er, seine Anlagestrategie neu auszurichten und sie im Rahmen seiner Ausbildung wissenschaftlich zu belegen. Er versuchte ein belastbares und systematisches Fundament für Anlageentscheidungen zu entwickeln, welches ihm ein hohes Maß an Sicherheit bot. Sein 1934 gemeinsam mit David Dodd veröffentlichtes Buch „Security Analysis“ ist bis heute ein Standardwerk für Value Investing und daher auch für Value-Manager.

Denn ein wichtiges Konzept dieses Buches ist das Prinzip der Sicherheitsmarge. Diese sorgt für die Sicherheit deiner Investitionen und verhindert, dass unvorhergesehene Ereignisse oder auch Fehlkalkulationen deinerseits zu Problemen und im schlimmsten Fall zu Kapitalverlust führen. So wird nach diesem Konzept beim Value Investing nur dann in eine Aktie investiert, wenn diese deutlich unterhalb des inneren Wertes eines Unternehmens gehandelt wird. Dieser Unterschied zwischen realem Wert und Aktienkurs ist deine Sicherheitsmarge. Denn je größer die Differenz, desto größer die Sicherheitsmarge.
Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte Benjamin Graham seine Theorie weiter und erprobte sie an der Wall Street. Im Jahr 1947 schrieb Graham dann als Professor für Finanzen an der Columbia Business School sein bekanntestes Buch The „Intelligent Investor”, in dem er das anfangs beschriebenen Prinzip des inneren Wertes einer Aktie innovierte.

Warren Buffet

Warren Buffett, Großinvestor und Chairman von Berkshire Hathaway, war der Schüler von Benjamin Graham und übernahm anfangs die Strategie seines Mentors. Doch mehr und mehr musste Buffett feststellen, dass die Strategie seines Lehrers zunehmend schlechter funktionierte. Der Grund dafür war, dass sich die wirtschaftliche Situation und auch die Börse nach dem 2. Weltkrieg deutlich verbessert hatten. So wurde es immer schwieriger unterbewertete Unternehmen nach der Theorie von Benjamin Graham zu finden. Buffets Partner Charlie Munger überredete ihn, nicht nur in günstige Unternehmen zu investieren, sondern auch Qualitätsunternehmen zu berücksichtigen, die langfristig bessere Aktien abwerfen. So läutete Warren Buffett eine neue Ära des Value Investings ein, indem er erfolgreich auf sehr wenige, aber dafür sehr gute Unternehmen setzte. Heute gilt Buffett als Börsen-Genie, dessen Unternehmensaktien die teuersten Aktien an der Börse sind.

Investieren in Value-Aktien

Es muss deutlich gesagt werden, dass das Value Investing für Einsteiger kompliziert zu durchschauen ist. Denn hier fehlt das notwendige Know-how und das analytische Verständnis, wodurch du dich grundlegend in die Thematik einarbeiten und dir auch langjährige Experten an die Seite holen solltest. 

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wo du überhaupt passende Aktien findest. Eine Möglichkeit ist es, sich durch verschiedene Börsenblätter, Foren, Online-Magazine oder Blogs über die neueste Value-Aktion zu informieren. Doch Vorsicht, denn in den seltensten Fällen weißt du, wer genau diese Informationen herausgibt. Darüber hinaus werden auf solchen Plattformen vor allem Aktien vorgestellt, die bereits im Fokus stehen und somit eher dem volatilen Markt unterliegen. Doch mit der Value Investing-Strategie möchtest du die unauffälligen Schätze finden, die noch niemand anderes entdeckt hat.

Daher lohnt es sich einen sogenannten Stock-Screener zu nutzen. Mit diesem kannst du den Markt nach ausgewählten Kriterien durchsuchen und damit nach ersten Investitionsideen recherchieren. Die einzelnen Aktien können dann später genauer bewertet und analysiert werden. Dieser Screener liefert nicht nur den aktuellen Kurs, sondern auch weitere Daten zum Unternehmen, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Kriterien für geeignete Unternehmen

Es gibt einige Kriterien, die dir bei der Suche nach geeigneten Unternehmen helfen. Durch ein Zusammenspiel dieser lassen sich dann lukrative Value-Aktien erkennen.

  • Hoher Umsatz

Hat das jeweilige Unternehmen einen profitablen Jahresumsatz? Hier geht es um ein grundlegendes Maß an Sicherheit. Denn es gilt zu vermeiden, dass du in Unternehmen investiert, die vielleicht schon morgen von der Bildfläche verschwunden sein können.

  • Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV bezeichnet die Anzahl der Jahre, in denen eine Firma bei konstanten Gewinnen ihren aktuellen Börsenwert erwirtschaftet hätte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sollte den nicht über dem Fünfzehnfachen des Jahresgewinns liegen. 

  • Stabile Gewinne

Durch stabile Gewinne wird ein hoher Spielraum zugelassen und die Sicherheit der Investition erhöht sich deutlich. 

  • Gutes Gewinnwachstum

Die Gewinne pro Aktie sollten sich in den letzten zehn Jahren um mindestens ein Drittel erhöht haben, damit das Unternehmen für das Value Investing geeignet ist. 

  • Regelmäßige Ausschüttung an Dividenden

Es sollte sich in den letzten 10 Jahren eine stabile oder sogar steigende Dividendenausschüttung feststellen lassen können. 

  • Balance zwischen Vermögen und Schulden

Im besten Fall ist das aktuelle Vermögen des Unternehmens doppelt so hoch wie seine Schulden. Beachte dabei auch die langfristigen Schulden.

Grundsätzlich solltest du bei einer Investition ein gutes Gefühl haben und anhand fundierter Ergebnisse und Berechnungen eine Entscheidung fällen. Stelle dir zusätzlich die Fragen: Befindet sich das Unternehmen momentan in einer sehr guten wirtschaftlichen Verfassung? Besitzt das Unternehmen eine vorteilhafte Wettbewerbsposition? Ist die Unternehmensleitung ehrlich und handelt wie Eigentümer? Kann ich die Aktie zu einem Preis kaufen, die unter dem inneren Wert liegt?

Fazit

Um mit Value Investing erfolgreich zu sein, ist es wichtig, dass du dir neben den Zahlen auch eine fachkundige Meinung zum Unternehmen einholst und dir selbst die Grundlagen unternehmerischen Handelns aneignest. Denn sich mit dem Value Investing zu beschäftigen ist essentiell für jeden, der an der Börse Geld verdienen möchte. Ob es für einen selbst die richtige Strategie ist, muss jeder für sich entscheiden. Besonders Krisen können durchaus gute Chancen bieten, erfolgsversprechende Value-Aktien zu günstigen Preisen zu kaufen. Doch vorher solltest du erst deine Renditechancen berechnen und dabei langfristig denken.

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Häufige Fragen (FAQ) zu Value Investing

Wie funktioniert Value Investing?

Value Investing eine aktive Anlagestrategie, mit der man gezielt in unterbewertete Aktien an der Börse investiert, um dann von der Steigung des Werts im Zeitablauf zu profitieren und wiederrum eine lukrative Rendite zu erzielen.

Was sind typische Value-Aktien?

Unter Value-Aktien versteht man -vereinfacht gesagt – Aktien, die unterbewertet sind. Das bedeutet ihr Börsenkurs ist im Verhältnis zu den Gewinnchancen sehr gering.

Wie in Value investieren?

Als Value-Investor verschafft man sich durch Analysen einen Wissensvorteil. Diesen setzt er wieder rum ein, indem er in Aktien, die möglichst stark unterbewertet sind bzw. über eine hohe Sicherheitsmarge verfügen, investiert. Das steigert die Gewinnchancen und senkt das Risiko.

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