Interview über die Gründung eines Online-Business

Gründer-Geheimnis NeoTaste: Neue Restaurants per App entdecken

Man trifft sich mit Freunden, verabredet sich fürs erste Date oder sucht in der Mittagspause nach einem leckeren Lunch – Hand aufs Herz, wie oft probierst du neue Restaurants aus und entschiedest dich für eine Neuentdeckung statt deinem Lieblingslokal? Dabei gibt es in Städten wie Hannover, Köln oder Bochum sicher einige Adressen die du noch nicht kennst! Die App NeoTaste ist für alle Menschen, die sich hier wiedererkennen.

Das Prinzip von NeoTaste ist einfach erklärt. Restaurants können durch die App ihre Neukundenakquise optimieren und neue Interessenten für sich gewinnen. Im Gegenzug bieten sie den NeoTaste-Nutzern interessante Kennenlern-Angebote wie 2:1 Hauptgericht oder ein Dessert auf’s Haus.

NeoTaste bietet bereits Deals mit über 650 Restaurants in 8 Städten – und es werden stetig mehr. Im App-Store konnten sie so bereits Gorillas zeitweise im Ranking abhängen. Wie das geht? Mit einer cleveren Idee, sehr gutem Marketing und eine einzigartige Vision. Wir haben mit Gründer und CEO Hendrik Sander gesprochen. Er hat uns im Gründer-Geheimnis wichtige Tipps für angehende Gründer verraten und uns einen Blick hinter die Kulissen des Startups gewährt.

Phase 1: Ideenfindung

Wie entstand die Idee von NeoTaste?

Entstanden ist die Idee für NeoTaste durch ein Gespräch mit einem meiner besten Freunde, der selbst Gastronom ist. Wir haben uns über seine Zahlen und in dem Zug auch über seine Maßnahmen zur Neukundenakquise unterhalten. Dabei hat er mir erzählt, dass er mit einmaligen Kennenlern-Angeboten extrem erfolgreich Neukunden für sich gewinnen konnte. Doch digital gab es diese Möglichkeit damals noch nicht. Hier ist die Idee entstanden, eine Plattform zu bauen, auf der sich Restaurants einfach präsentieren und Neukunden für sich werben können.

Wie lief die Namensfindung ab und warum habt ihr euch für “NeoTaste” entschieden?

Zu Beginn war der Name tatsächlich erst Foodisto. Nach einiger Zeit fand ein großer Deutscher Lebensmittel-Onlineshop diese Wahl jedoch nicht mehr so gut, weil ihm die Ähnlichkeit zu seinem Namen zu stark war. Zack, hatten wir den ersten Rechtsstreit auf dem Tisch. Da zu der Zeit gerade sowieso die Corona-Pandemie wütete, war es für uns ein guter Zeitpunkt, ein Rebranding vorzunehmen. Und im Nachhinein sind wir extrem glücklich, dass es so kam. NeoTaste ist der perfekte Name und repräsentiert, für was wir stehen. Öfter mal etwas Neues ausprobieren.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich bei NeoTaste um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Das Modell der Neukundengewinnung über spezielle Angebote gibt es schon lange. Für Restaurants gab es hier lange klassische Gutscheinbücher für die jeweilige Stadt, in denen sich diese darstellen konnten. Nach einiger Recherche haben wir herausgefunden, dass von diesen Gutscheinbüchern alleine in Deutschland mehrere Millionen pro Jahr verkauft werden. Und um zu erkennen, dass Online-Plattformen wie TripAdvisor, Yelp und Google sehr erfolgreich sind, muss man sich nur die Firmenbewertungen anschauen. Mit NeoTaste kombinieren wir beides und bringen es mit der besten Userexperience direkt zu den Leuten aufs Smartphone.

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann mit NeoTaste gestartet?

Ich hatte das Glück, dass ich vorher schon einmal erfolgreich gegründet habe und wir durch den Exit Kapital hatten, um direkt zu starten. Wir haben uns also direkt ein kleines Team zusammengestellt, um die erste App-Version zu entwickeln und das Produkt in der ersten Stadt zu launchen. 

Wie habt ihr den Businessplan erstellt?

Natürlich haben wir einen Businessplan für NeoTaste erstellt, aber ich bin kein großer Freund von ewig langen Businessplänen. Direktes Kundenfeedback ist da deutlich wichtiger. Deswegen habe ich ein Video aufgenommen, dort erklärt, was wir vorhaben, Facebook Werbung schalten lassen und geschaut, ob sich Leute dafür in eine Warteliste eintragen. Zudem haben wir einen Prototypen entwickelt und uns Feedback von Gastronomen und Nutzern eingeholt. Im Endeffekt muss man rausgehen, ein Produkt auf den Markt bringen, Nutzerfeedback einholen und das Produkt dahingehend weiterentwickeln.

Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform online ging?

Wir mussten zunächst einmal die erste Version der NeoTaste-App programmieren, das hat mit viel User Testing und daraus entstehenden Integrationen wahrscheinlich am längsten gedauert. Außerdem brauchten wir in einer ersten Stadt eine genügend große Anzahl an Kooperationspartnern. Wir haben also direkt mal die Nachteile eines Plattform-Modells lösen müssen.

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in diesem Bereich neue Konzepte entwickeln?

Insbesondere die Gastronomie-Branche ist so wenig digitalisiert, hier schlummern extrem große Potenziale, viele Probleme zu lösen und diese ganze Branche effektiver zu machen. Dafür ist der anfängliche Markteintritt jedoch nicht gerade einfach. Flächendeckende Akzeptanz gibt es meistens erst, wenn du einige wichtige Partner für dich gewinnen konntest. Deswegen gibt es in diesen Branchen extrem große potenzielle, aber auch harte Bretter zu bohren.

Welche Vorteile bietet ein Online-Business für Gründer?

Die Skalierung ist natürlich ganz anders möglich als bei einem Business, das offline vertreten ist. Vergleichen wir unser Business z.B. mit einem Restaurant. Wir stecken jetzt viel Geld in die Entwicklung einer App und das Aufbauen einer großen Partner-Basis für NeoTaste. Die Kundenbasis ist da sehr schnell skalierbar. Ein erfolgreiches Restaurant hat immer wieder hohe initial und besonders laufende Kosten, wenn neue Kundenpotenziale ausgeschöpft werden wollen, z. B. durch das Eröffnen eines neuen Restaurants in einer anderen Stadt!

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Welche Fehler habt ihr mit NeoTaste gemacht?

Wer gründen als unkompliziert darstellt, hat selbst noch nicht gegründet. In Deutschland fängt der komplizierte Teil leider direkt mit den Gesellschaftsformen und der aufwendigen Bürokratie an. Da haben uns andere Länder viel voraus. Fehler haben wir sicherlich viele gemacht, aber ganz gravierende fallen mir gerade nicht ein. Wichtig ist, bei falschen Entscheidungen so flexibel zu sein, dass man auch schnell die Richtung wechseln kann.

Phase 4: Wachstum

Was macht NeoTaste so besonders?

Wir bauen eine Plattform, die jetzt gerade bei maximal 5-10% von dem ist, wo wir langfristig hin wollen. Die große Vision hinter NeoTaste und unsere Herangehensweise unterscheidet uns dabei.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr mit NeoTaste bisher genutzt?

Wir sind natürlich viel digital unterwegs. Instagram und Facebook sind unsere absoluten Hauptkanäle und funktionieren extrem gut für uns. Wir haben aber auch gerade vor Kurzem TikTok für uns entdeckt und versuchen unsere Aktivitäten hier jetzt immer weiter auszubauen. Unser zweitgrößter Kanal sind unsere eigenen Nutzer. Ein großer Teil unserer neuen Member kommt über Empfehlungen bisheriger NeoTaste-Nutzer. Auch Offline-Aktionen, wie eine Flyer Aktion z. B in Fußballstadien haben wir schon umgesetzt.

Welche geheimen Tipps möchtet ihr angehenden Gründern geben?

Denke groß. Überlege dir: Wie groß kann deine Geschäftsidee werden? Pack nochmal 50% drauf. Wenn du jetzt nicht ein bisschen Angst oder zumindest Respekt davor bekommst, dann denkst du noch zu klein. Gründe nicht, wenn du nicht zu 100% vom Erfolg deiner Idee überzeugt bist. Es werden Tage kommen, wo nicht alles rund läuft und dann brauchst du genau diese Überzeugung, die du auch auf ein ganzes Team übertragen können musst!

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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