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Das empfiehlt der Finanzexperte

Felix Früchtl: „Eine Investition in das eigene Wissen ist die Beste!“

Felix Früchtl studierte an der Universität Regensburg bis zu seinem Masterabschluss Steuern & Wirtschaftsprüfung, um nach dem Studium und einigen Ausflügen in die freie Wirtschaft im Jahr 2018 in das Familienunternehmen ProLife GmbH als Geschäftsführer einzutreten. Im Interview zum Finanzkongress erklärt er, warum wir unser Geld oftmals falsch anlegen und was wir diesbezüglich ändern sollten.

Wie definierst du finanzielle Unabhängigkeit?

Finanzielle Unabhängigkeit hat man meiner Meinung nach dann erreicht, wenn du nicht mehr in der Früh aufstehen musst, um Geld zu verdienen, sondern in der Früh aufstehen darfst, um deinen Traum zu verwirklichen. Und das hat nichts damit zu tun, dass man nicht mehr arbeiten muss, sondern schlicht damit, dass man es sich aussuchen kann, für wen, was oder ob man überhaupt arbeitet. Arbeit und Geld stehen in einem wechselwirkenden Verhältnis. Wenn man dieses Verhältnis überwinden kann und Arbeit nicht mehr das Äquivalent für “Geld verdienen” ist, dann ist man finanziell unabhängig. Im Übrigen definiert die finanzielle Unabhängigkeit jeder selbst. Das kann einem keiner vorgeben. Denn jeder hat seinen eigenen Punkt, an dem er sagt “das reicht”, um unabhängig von der klassischen Arbeitsgesellschaft zu sein. 

Finanzkongress

Warum ist das klassische Sparen nicht mehr zeitgemäß?

Weil es noch nie funktioniert hat. Das Problem ist, dass es erst jetzt zum Vorschein kommt, wo wir minutiös Datensätze auslesen können und die Entwicklung von Bank- und Versicherungsprodukten den Renditen von alternativen Investments gegenüberstellen können. Rückwirkend betrachtet, war ein klassisches Sparbuch, eine Lebensversicherung, ein Bausparvertrag oder ein Girokonto, selbst in der “guten alten Zeit” nicht zeitgemäß. Die Nettorealverzinsung, also der Kapitalertrag, der bereinigt um Steuern und Inflation tatsächlich erwirtschaftet wurde, war über die letzten 50 Jahre während zum großen Teil negativ.

Was man aber nicht vergessen darf ist, dass es in der Vergangenheit auch nicht annähernd so viele Alternativen und Vergleichsmöglichkeiten gab, wie es sie heute gibt. Daher es ist umso mehr unsere Pflicht, diese neuen Chancen zu nutzen und nicht mehr auf die kapitalvernichtetenden Bank- und Versicherungsprodukte zu setzen!

Welche Maßnahmen empfiehlst du, um Geld effizient anzulegen?

Raus aus Geldwerten und rein in Sachwerte. Raus aus der Zugriffsmöglichkeit des Staates. Und die beiden Maßnahmen möglichst schnell und mit den jeweiligen Profis. 

Was sind die größten Herausforderungen, die vor allem wir Deutschen haben hinsichtlich des Umgangs mit Geld?

Wir haben so gut wie keine finanzielle Bildung. Hier liegen wir selbst weltweit betrachtet im hinteren Drittel. Eine Aussicht auf Besserung im Rahmen der klassischen Schulbildung gibt es nicht. Da vertrauen wir lieber dem Bankberater oder dem Versicherungsmakler. Verantwortung abgeben, das können wir gut.
Und gleichzeitig haben wir immer noch ein Gottvertrauen in Geldversprechen, sprich private Lebens- oder Rentenversicherungen, Girokonten oder Bausparverträge. Woher kommt das?

Ganz sicher hat die deutsche Mark mit “Schuld” daran. Sie war eine Währung, die im Vergleich zu den umliegenden Ländern über Jahrzehnte hinweg nur an Kaufkraft gewann, gleichzeitig war die Inflation relativ niedrig. Wer also Mark auf die Seite gelegt hatte, ist nicht schlecht gefahren. Aber diese passive Haltung ist spätestens seit Einführung des Euros obsolet geworden. Wir müssen uns verabschieden, in Geldwerten wie dem Euro zu sparen, der seit Einführung im Jahr 2002 schon 42 % an Kaufkraft verloren hat – und das sind nur die offiziellen Zahlen! 

Welchen Tipp kannst du uns verraten, um sich auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit besser aufzustellen?

Wie zuvor schon angedeutet, leben wir mittlerweile in einer Zeit, in der man sehr schnell und transparent an qualitativ hochwertige Informationen kommt, wie man sein Geld schützt und es bestmöglich für sich arbeiten lässt. Nur ist das kein Selbstläufer, sondern eine Holschuld, die ein jeder hat.

Meiner Meinung nach lautet die Devise: Runter vom Sofa, erstmal eine Vermögensaufstellung machen und dann die Rendite des jeweiligen Produktes (NACH KOSTEN!) ausrechnen. Alle Bank- und Versicherungsprodukte, die langfristig die Inflation nicht schlagen, haben keinen Platz im Portfolio und müssen durch echte Assets ersetzt werden. Die Geschichte lehrt uns, dass nur mit haptischen Sachwerten, die begrenzt verfügbar sind und eine immer vorhandene Nachfrage haben, die Kaufkraft, auch über Generationen, abgesichert werden kann.

P. S. Eine Investition in das eigene Wissen ist sowieso die Beste!

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Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas war von März 2022 bis Februar 2024 in der Redaktion von Gründer.de. Hier verantwortete er die Bereiche Franchise- und Gründer-Verzeichnis, außerdem arbeitet er regelmäßig an neuen Büchern und eBooks auf unserem Portal. Zuvor hat er 5 Jahre lang in einer Online-Marketing-Agentur für verschiedenste Branchen Texte geschrieben. Sein textliches Know-how zieht er aus seinem Studium im Bereich Journalismus & Unternehmenskommunikation.

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